Navigation

Terminkalender

November 2017
So Mo Di Mi Do Fr Sa
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 1 2

Wetter für Bad Bergzabern

Aktuell - °C -
Morgen -- °C
23.11.17 -- °C
24.11.17 -- °C
© Deutscher Wetterdienst | DWD

Anmeldung

Ballonstart in die Stratosphäre am 22. Juni 2016

Die Arbeitsgruppe im Fach „Technik und Naturwissenschaft“ von Herrn Himpel führte am 2.. Juni einen erfolgreichen Start eines Wetterballons in die Stratosphäre durch. Die Stratosphäre beginnt bei ungefähr 16 km Höhe, der Ballon sollte dabei eine Zielhöhe zwischen 20 und 30 Kilometern über dem Boden erreichen bevor er zerplatzen würde und die angehängte Nutzlast am Fallschirm zur Erde segeln sollte.

Weil wir den Ballon als technisches Experiment geplant hatten (denn schließlich macht unsere Schule nicht nur ganz tolle Aktionen, bei denen bunte Schildchen in die Luft gehalten werden) musste auch eine wissenschaftliche Nutzlast entwickelt werden. Ausgerüstet war der Ballon daher mit einem Sender, der im Abstand einiger Sekunden die aktuellen Flugdaten übermittelte: Die GPS-Koordinaten, Temperaturen, den aktuellen Luftdruck auf der Flughöhe und wie viel Energie noch in den Akkus steckte. Dazu wurde ein Amateurfunksender entwickelt, der das Rufzeichen DA5STB erhielt und der die Daten zur Bodenstation funkte. Zusätzlich wurde eine Kamera installiert, die den Flug filmte.

Gegen 8 Uhr begannen die Vorarbeiten: Aufbau der Funkstation, Bereitmachen der Nutzlast, Abholen des Füllgases beim örtlichen Händler, dem Fachmarkt Klein in Bad Bergzabern, und anderen Dinge mehr, die notwendig waren, bevor wir in die Luft gehen konnten. Auch die Genehmigung bei der Flugsicherung musste natürlich eingeholt werden, denn immerhin kreuzte unser Ballon die Flugroute von Verkehrsflugzeugen in großer Höhe.

Nachdem alle Systeme weiterhin auf „GO!“ standen und es mit der Technik keine Probleme gab, wurde der Ballon mit Helium gefüllt. Der Haken an der Sache: So eine Ballonhülle ist sehr, sehr empfindlich. Man darf sie nicht mit bloßen Händen anfassen, denn sie könnte hier leicht beschädigt werden. Die Folge: Der Ballon zerplatzt zu früh ohne jemals seine maximal mögliche Steighöhe erreicht zu haben. Daher mussten die Schüler, die das Füllteam bildeten, Stoffhandschuhe tragen.

Je mehr Helium aus den Gasflaschen einströmte, desto praller wurde die Ballonhülle.

Man merkte nun deutlich, wie der Ballon immer stärker nach oben zog. Wir ermittelten kurz vor dem Start Zugkräfte von zusammen 30N, was einer Tragkraft von 3kg entspricht. Da wir nur ca. 1,5 kg als Nutzlast angehängt hatten, würde der Ballon sehr schnell steigen, so vermuteten wir.

Nach einigen weiteren Minuten war unser Ballon klar zum Start, der Sender angehängt und angeschaltet, ein letzter Test sagt: „Alles OK! Ready for lift-off!“ Etwa 200 Schüler, die hinter der Absperrung standen, zählten den Countdown im Chor: “10..9..8..7..6..5..4..3..2..1..0“

Dann kam der „Lift-off“. Unser Luftgefährt stieg erwartungsgemäß sehr zügig. Von der benachbarten Ausbildungswerkstatt im Elektronikzentrum der Bundeswehr hier in Bad Bergzabern (http://www.abw-badbergzabern.de/), wo ebenfalls ein Funkamateur an der Station saß, wurden unsere Signale zuerst bestätigt. Patrick, sein Amateurfunkrufzeichen ist DH2PA, sagte uns, dass er unseren Sender laut und klar empfangen konnte. Dabei konnte er den Ballon nach dem Start sogar sehen.

Der weitere Flug trieb den Ballon erwartungsgemäß nach Osten in Richtung Rheinebene, denn die Winde kommen in unserer Gegend vorherrschend aus Westen. Dabei gewann er stetig an Höhe. Verschiedene Funkamateure bestätigten uns den Empfang des Senders per E-Mail. Auf dem Computer der Empfangsanlage konnte man gut verfolgen, wie der Luftdruck gleichmäßig abnahm, die Außentemperatur ebenso gleichmäßig fiel und schließlich konnten wir auch mit den übertragenen GPS-Daten die Position und die Höhe bestimmen. Die Schüler des Ballonteams konnten auf ihren Handys jederzeit den aktuellen Überflugort bestimmen. Alles lief bis dahin nach Plan.

Aber wie auch andere Luft- und Raumfahrer irgendwann feststellen mussten: „Housten, we have had a problem“. Unser Problem war, dass die Empfangssignale plötzlich immer schwächer wurden und wir den Ballon (bzw. seinen Funksender) bei einer Flughöhe von etwa 12000 Metern verloren hatten. Aus dem Empfänger kam nur noch Rauschen. Auch eine Such- und Peilaktion im berechneten Zielgebiet bei Waghäusel nahe der pfälzisch-badischen Grenze blieb erfolglos, so dass unser Fluggerät leider vorerst verschollen ist.

Aber egal, ein wenig Verlust ist normal und wir hatten ein tolles technisch-wissenschaftliches Experiment durchgeführt, das doch insgesamt sehr lehrreich war.

Ein ganz herzlicher Dank ergeht an unsere Sponsoren, die VR Bank Südliche Weinstraße und den Fachmarkt Klein in Bad Bergzabern, deren Engagement dieses Projekt erst ermöglicht hat.

 

BAP/2016