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Im Miteinander voneinander lernen -

Gelebte Teilhabe an der Realschule plus und Fachoberschule Bad Bergzabern

 

Wo finden sich in unserem Schulhaus Barrieren? Wie kann mit einfachen Mitteln eine behindertengerechte Toilette errichtet werden? Welche Probleme bereitet die Suche nach einem Praktikumsplatz für Schüler mit eingeschränkter Mobilität? Wie spontan kann ein solcher Schüler verreisen oder ausgehen?   

 

Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse der Fachoberschule (FOS) Gesundheit trafen sich zum offenen Austausch über solche und viele weitere Fragen mit Julian und Zhanybek aus der 9. bzw. 10. Klasse der Realschule plus Bad Bergzabern. Beide Jungen sind in ihrer Mobilität eingeschränkt. Sie schilderten anschaulich wie beispielsweise unebenes Pflaster auf dem Schulhof für sie die Begehbarkeit erschwert oder auch schwergängige Türen im Schulhaus zur Herausforderung werden können. Von Julian erfuhren die FOS-Schüler aus erster Hand Details über die Durchführung baulicher Anpassungen im Bereich der behindertengerechten Toiletten im Schulhaus. Im Zuge dieser Maßnahmen zeigte sich auch die Bedeutung von Julians Integrationshelfer, der ihn während des gesamten Schultages begleitet und unterstützt. Dieser kennt Julians Bedürfnisse und erkennt Schwierigkeiten, welche er an die Lehrkräfte und die Schulleitung weitervermitteln kann. Julian und Zhanybek betonten positive Aspekte wie den vorhandenen Aufzug, wodurch alle Stockwerke für sie erreichbar sind. Und auch der gut berollbare Fußboden in den Fluren und Klassensälen vereinfache ihnen den Einsatz von Hilfsmitteln wie Gehwagen oder Rollator. Im Gesamten beschrieben Julian und Zhanybek innerhalb des Schulhauses nur wenige Barrieren.

Ganz anders gestaltete sich für Julian dagegen die Suche nach einer Praktikumsstelle im Rahmen der Berufsorientierung. Zwei potentiell interessante Praktikumsstellen konnte er aufgrund eines dort fehlenden Aufzugs bzw. einer fehlenden behindertengerechten Toilette nicht annehmen. Dadurch wurde allen Gesprächsteilnehmern deutlich, dass in Bezug auf Barrierefreiheit in Deutschland noch Verbesserungsbedarf besteht. Die Notwendigkeit der vorherigen Abklärung der Barrierefreiheit führt auch dazu, dass Julian und Zhanybek nicht so spontan sein können wie Gleichaltrige – beispielsweise beim Ausgehen mit Freunden. Anerkennend stellten die FOS-Schüler fest, dass sich Julian und Zhanybek dennoch nicht auf ihre Defizite und die daraus resultierenden Schwierigkeiten konzentrieren. Sie kennen vielmehr ihre Stärken und fokusieren sich darauf. Entsprechend erwarten beide Jungen von ihrer Umwelt auch kein Mitleid. Vielmehr wünschen sie sich, dass nicht vorschnell von einer körperlichen Behinderung auf eine vermeintlich geistige Behinderung geschlossen wird und die Berührungsängste zwischen Menschen mit und ohne Behinderung abgebaut werden. Durch ihr eigenes Verhalten und ihre Offenheit tragen Julian und Zhanybek selbst wesentlich zum Prinzip „Einander begegnen, um Vorurteile abzubauen“ bei. Wir danken beiden dafür. (Wbr)