Das Lernen lernen
Lernwerkstatt am Alfred - Grosser - Schulzentrum

Wie erkennt man die individuellen Lernstärken eines Kindes?
Wie erlernt und nutzt man Strategien für ein effektives Lernen? Und wie
können Eltern optimale Rahmenbedingungen schaffen und ihre Kinder bei
Lernprozessen unterstützen?
Dies waren Fragen, um die es bei einer Lernwerkstatt für Eltern und
Schüler der 5. Klassen der Gemeinsamen Orientierungsstufe des
Alfred-Grosser-Schulzentrums ging.
Rund 80 Mütter und Väter mit ihren Kindern konnte Realschulkonrektor
Matthias Böckel, Pädagogischer Koordinator für die Orientierungsstufe am
Alfred - Grosser - Schulzentrum, am 6. und 7. November begrüßen. Er
äußerte er seine Freude darüber, dass sich so viele Eltern ganz bewusst
die Zeit genommen hatten, zusammen mit ihren Kindern an einem Freitagabend
und einem Samstagmorgen zur Schule zu kommen und gemeinsam die Schulbank zu
drücken.
Für Pausenkaffee und Kuchen hatten Hauswirtschaftslehrerin Resl Frankmann
sowie der Arbeitskreis Orientierungsstufe unter Leitung der beiden
Vorsitzenden, Frau Arbogast-Kästle und Frau Hassinger mit ihren
Mitstreitern gesorgt, die sich im Vorfeld schon intensiv für das
Zustandekommen des Seminars engagiert hatten. Für das
"Pausenbrot" der Kinder stiftete die Bäckerei Greiner aus Bad
Bergzabern offensichtlich hervorragend schmeckende Kaffeestückchen, denn
die gingen weg, wie "warme Semmeln".
Referent Konrad Scheib, Leiter des Studienhauses am Dom in St. Blasien,
enger Mitarbeiter und vielfacher Co-Autor des bekannten Lernmethodikers
Wolfgang Endres, gelang es in seinem lebendigen Vortrag mit offenen,
pointierten und teilweise provokativen Thesen, stets die Aufmerksamkeit der
Eltern zu finden. "Steht in Ihrem Kinderzimmer ein Fernseher?"
fragte er zu Beginn. Seine Empfehlung: "Dann schmeißen Sie ihn gleich
aus dem Fenster, wenn Sie heute Abend nach Hause kommen!" Beeindruckend
jedoch bei aller Deutlichkeit und Unmissverständlichkeit seiner Thesen:
Ausgangspunkt und Zentrum aller pädagogischen und lerntheoretischen
Überlegungen Scheibs sind nicht ökonomische oder gar schichtenspezifische
Aspekte, sondern einzig und allein das Wohl des Kindes. Als erzieherisches
Credo und optimale Vorgabe für erfolgreiches Lernen formulierte Scheib:
"Die Kinder gern haben und Vorbild sein, mehr ist nicht nötig."
Die zweitägige Veranstaltung bot den Eltern neben wesentlichen
theoretischen Einsichten eine konkrete Handhabe, wie sie zu Hause die
optimalen Rahmenbedingungen für das Lernen ihrer Kinder schaffen können.
"Ziel sei es", so Scheib, " die individuellen Lernstärken zu
erkennen, Strategien zu entwickeln und einzuüben, wie diese Stärken im
Lernprozess genutzt werden können." An Hand kleiner Lernexperimente
befasste er sich mit verschiedenen Lerntypen und zeigte Möglichkeiten,
dieses Potenzial optimal zu nutzen.
Seriöse Ergebnisse aus der Lernforschung zeigen immer wieder, dass die
elterliche Begleitung des Lernweges der Kinder sehr wichtig ist. Diese
Begleitung verleiht Sicherheit und stärkt das Selbstbewusstsein des Kindes.
In der Lernwerkstatt lernten die Eltern wichtige Aspekte des Lernens kennen.
Es wurde gezeigt, wie Lernen Freude machen kann und wie Eltern einen Weg
finden, den Schulalltag ihrer Kinder besser zu begleiten. Sie lernten, wie
sie ihrem Kind beim Lernen helfen können - so, dass Kinder ihren Lernweg
selbstständig, gern und erfolgreich gehen können.
Parallel dazu erarbeiteten drei Lernmethodik-Trainer mit den Schülerinnen
und Schülern in kleinen Workshops, wie Lernen individuell organisiert wird
und zusätzlich auch noch Spaß machen kann.
Abschließend konnten der Pädagogische Koordinator Matthias Böckel, der
die Lernwerkstatt nun schon zum achten Mal organisiert hatte, und
Orientierungsstufenleiterin Ariane Ball am Samstagmittag ein überaus
zufriedenstellendes Fazit ziehen. Nachdem die Lernwerkstatt 2009 bei den
beteiligten Eltern und Schülern fast einhellig positiv bewertet wurde, wird
jetzt schon überlegt, ob und in welcher Form das Projekt im nächsten
Schuljahr wieder angeboten werden kann.
boe 11/2009
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