"Und jetzt tanzt mal jeder auf seine
eigene Art"
Projekttag der Fachschaften Religion zum Thema "Fair Play - Für
eine gerechte Welt"
Von Fußballträumen und Zukunftsvisionen über Ökologie und
faires Handeln bis hin zu Musik und Trommelworkshops reichte das
Angebot für die Schülerinnen und Schüler der siebten
Jahrgangsstufe, für die die Fachschaften Religion die am 15 September
2010 den Projekttag "Fair Play - Für eine gerechte Welt"
veranstalteten.
Simon Ewoade hält einen breiten bunten Schal hoch, etwa einen
Meter lang. "Das ist bei uns in Ghana ein wertvolles
Kleidungsstück. Den ziehen wir nur zu besonderen Anlässen an",
sagt er. Gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer von Klingenmünster
Andreas Henkel leitet er den Musikworkshop mit Liedern aus Ghana beim
Projekttag "Fair Play" für die siebte Jahrgangsstufe des
Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrum. Dann setzt er sich an seine
kleine Trommel, die er zwischen seine Beine klemmt und schlägt den
Takt. Zunächst bleiben alle brav im Kreis stehen. Dann sagt Simon
Ewoade: "Los, jetzt tanzt mal jeder, einfach auf seine eigene
Art. Lauft ruhig durch den Raum" Langsam fangen die deutschen
Schülerinnen und Schüler an, sich zu bewegen. Schließlich lachen
alle und wippen hin und her. Aber hier wird auch gelernt. "In
Ghana gibt es viel Gold und Kakao", erklären Tanja, Paulina, Eva
und Susanne. Außerdem hätten sie die Farben der ghanaischen Flagge
erklärt bekommen: "Rot steht für Blut, Gelb für Gold und Grün
für den Regenwald."
Nebenan wird gehandelt - mit Holzkugeln und Spielgeld. Der Leiter des
Workshops "Gerechtigkeit", Tim Kaufmann, möchte mit seinem
Aktionsspiel "Faires Handeln" vor allem eines zeigen:
"Dass die Reichen immer reicher werden, die Armen aber im
Welthandel schlechte Karten haben", erklärt er. Tatsächlich
erkennt man schon nach einer halben Stunden an den Zahlen, die
Kaufmann an die Tafel schreibt, dass mittlerweile nur noch wenige der
Workshopteilnehmer Geld verdienen, die dafür aber immer mehr. Die
anderen haben immer weniger Holzkugeln und kaum noch Geld - wie im
Welthandel auch.
Als Rainer Fischers und Bens Workshop morgens in der Aula vorgestellt
wurde, jubelten die Schülerinnen und Schüler des siebten Jahrgangs
am lautesten: "Fußballträume und Zukunftsträume". Ben ist
Leiter einer Schule in Ghana mit rund 3000 Schülerinnen und
Schülern. "Wir durften zunächst unser Können beweisen, indem
wir mit einem Fußball eine Flasche umschießen durften",
berichten Elena, David und Celine. Dann seien sie in einem Film
informiert worden, dass leider viele junge Männer, die Fußballer
werden wollen, betrogen werden. "Wir fanden es sehr interessant,
wie stark die Leute in Ghana an den Traum, Fußballer zu werden,
glauben", berichten Jana B. und Jana Z.
Die sind auch Thema bei Almendra Garcia de Reuter und Armel Ngamakin
Nguekam. Die Frau, die eigentlich aus Peru stammt, aber in Deutschland
studiert hat und der Ghanaer, der in Saarbrücken lebt, lassen die
Schüler eine Stadt der Zukunft bauen. "Das ist ein Hotel und
hier ist das Krankenhaus",sagt Kim laut, als seine Gruppe aus den
bunten Puzzleteilen ein Modell ihrer Traumstadt entworfen hat.
Anschließend sollen die Schüler aufschreiben, was ihr Traum von der
Zukunft ist. Eine schreibt zum Beispiel, sie wolle Ärztin werden, ein
anderer er wolle für Frieden auf der Welt sorgen, und zwar, indem er
zur Bundeswehr geht. Aber die Schüler lernen auf jeden Fall eines:
"Wir haben erkannt, dass ärmere Länder es nach der
Wirtschaftskrise oft schwer haben und dann zum Beipsiel keine Schulen
bauen können", berichtet Elisabeth.
Im Workshop "Der ökologische Fußabdruck" von Jürgen Dunst
erfahren die Schüler, welche Völker wie viel Rohstoffe verbrauchen.
"Wir haben erkannt, dass wir Deutschen zu viel verbrauchen",
sagen Franziska und Charlotte.
Beim Trommeln mit Hervé Donijo können die Schüler ihr
Rhythmusgefühl mit Flöten, Trommeln, Glocken, Stöcken und Rasseln
beweisen. "Da n´ase, da n´a se", ein Lied, das die
Schüler an mehreren Stellen des Tages begleitet hat und von dem
Gefühl der Dankbarkeit Gott gegenüber erzählt, verbindet beim
Abschlussplenum Eindrücke und Erfahrungen dieses Tages und macht
vielleicht auch Mut zu einem sensibilisierten Mitdenken und Handeln
für eine gerechte Welt.
hu 11/2010
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Berichte der Schüler und Schülerinnen
über die Workshops am Religionstag 15.09.2010 zum
Thema "Fair Play - für eine gerechte Welt"
Workshop: Fußball
Die Leiter dieses Workshops waren Herr Fischer, ein sehr
engagierter Mann in der evangelischen Kirche und zudem auch noch ein
großer Fußballfan, und Ben, ein 55-jähriger Schulleiter aus Ghana.
Am Anfang dieses Workshops durfte jeder mit einem Fußball auf eine
Flasche schießen, die auf dem Boden stand. Jeder, der traf, war ein
"Star". Doch wie wir selbst merkten, war das gar nicht so
einfach. Es trafen nur wenige. Anschließend durften wir Ben unsere
Fragen stellen. Schließlich sahen wir uns einen Film an. In dem Film
ging es darum, wie wichtig Fußball in Ghana ist, wie viele Jungen
davon träumen, einmal ein großer Fußballstar in einem europäischen
Fußballclub zu sein. Dafür trainieren sie hart, aber nur wenige
bekommen einen Vertrag. Talentcoaches holen viele nach Europa, doch
ohne Erfolg.
Charlotte und Janine
Workshop: Der ökologische Fußabdruck
Als erstes haben wir eine Karte an der Tafel gesehen, die die Welt
aus der Sicht von Afrika beschreibt. Dann haben wir eine zweite Karte
an der Tafel gehabt, die die Welt nur aus der Sicht von China zeigte.
Das nächste war, dass der Leiter uns einen Fragebogen zum Ausfüllen
gegeben hat, womit wir unseren eigenen ökologischen Fußabdruck
ermitteln konnten. Zuletzt haben wir das Ergebnis von uns ausgewertet
und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir Deutsche zu viel
verbrauchen.
Franziska und Charlotte
Workshop: Trommeln
Wir waren beim Workshop "Trommeln", der Leiter hieß Ben.
Hier war Rhythmusgefühl gefragt.
Es gab viele verschiedene Instrumente, z.B. aus Ghana. Ben kam aus
Kamerun und sprach Französisch. Er konnte aber auch gut Deutsch.
Anfangs stellte Ben uns die Instrumente vor und wir durften wählen,
was wir spielen wollten. Ein sehr anspruchsvolles Instrument war die
Flöte. Man musste auf eine dünne Kante blasen, um einen Ton zu
bekommen. Als alle ihre Musikinstrumente hatten, begannen wir. Einer
fing mit der Trommel den Haupttakt an. (Auf den Trommeln waren
Zeichen. Sie standen für Gott, denn die Menschen dort sind sehr
gläubig. Sie werden an Festen und traditionellen Feiern der Ghanaer
gespielt.) Dann setzte die zweite Trommel ein und so ging es weiter
bis jeder sein Instrument spielte. Es hörte sich toll an. Ben nahm
alles mit seinem Handy auf. Dieses Trommelspiel wird verschieden
ausgeführt , z.B. in Kamerun, Ghana und anderen Ländern. Die
Instrumente waren z.B. Flöte, Trommeln, Glocken, Stöcke, Rasseln u.a.
Insgesamt war der Trommelworkshop mit Ben richtig gut. Am Ende, als
alle sich in der Aula versammelten, durften die Rasseln und Flöten
der lila Gruppe und die Trommeln und Glocken der grünen Gruppe auf
die Bühne gehen und vorspielen, was sie an dem Tag gelernt hatten.
Larisa und Christina
Workshop: Singen
Die Gruppe "Singen" hat sich mit der Kultur Ghanas
befasst. Die Leiter hießen Herr Henkel und Simon aus Ghana. Wir haben
Lieder aus Ghana gesungen und Zeichen kennengelernt, z.B. für Gott,
Segen und eine Hand, die behutsam ein Taubenei in die Höhe hält. Das
bedeutet, dass man das Leben mit Vorsicht behandeln soll.
Außerdem haben wir die Ghana-Flagge erklärt bekommen: Rot steht für
Blut
Gelb steht für Gold
Grün steht für den Regenwald
In Ghana gibt es viel Gold und Kakao. Gold graben sie aus
Goldgruben und Kakao pflücken sie. Sie stellen aus dem Kakao, z.B.
Kakaopulver und vieles mehr her.
Tanja, Paulina, Eva, Susanne
Workshop: Tauschgeschäfte
Als wir in den Saal traten, wussten wir erst gar nicht, was wir
machen sollten. Doch dann erklärte uns ein Lehrer, dass wir hier
seien, um mit verschieden farbigen Perlen zu handeln. Genau so machen
es auch die Kinder in Afrika. Sie tauschen Dinge gegen Sachen, die sie
benötigen. Nun holte sich jeder Schüler fünf verschiedenfarbige
Perlen aus einem Beutel. Als wir damit fertig waren, zählte jeder
seine Punkte zusammen, die danach an die Tafel
geschrieben wurden. Es wurden noch einige Regeln erklärt und der
Tausch konnte beginnen. An der Tafel stand eine Liste mit den Namen
der Schüler und deren Punkte. Es gab drei Runden, jede Runde dauerte
fünf Minuten. Immer zwei Schüler gaben sich die Hände und
tauschten. Es hat Spaß gemacht. Meine Freundin und ich waren die
Besten, denn wir hatten die meisten Punkte gesammelt.
Jana und Franziska
Workshop: Stadtplanung
Unsere Gruppe kam ins Zimmer. Niemand war zu sehen. Wir verteilten
uns auf die drei Gruppentische und warteten ab. Ein Mann und eine Frau
kamen herein und stellten sich vor. Die Frau hieß Patricia, der Mann
Freddy. Sie erklärten uns, dass es viele ärmere Länder gebe und
dass es ihnen nach der Wirtschaftskrise richtig schlecht gehe.
Patricia kam aus Peru und meinte, Peru habe sich mit der Zeit gut
weiterentwickelt.
Nun bekam jede Gruppe einen Sack mit verschiedenen Steckteilen. Dann
bekamen wir endlich einen Briefumschlag mit den Aufgaben. Wir mussten
unsere eigene Stadt bauen. Natürlich konnten wir nicht bauen, was wir
wollten. Im Briefumschlag fanden wir Angaben, die wir brauchten, um
unsere Bewohner zufriedenzustellen. Zum Beispiel benötigten wir eine
Entbindungsstation, eine Schule und vieles mehr. Ein Gebäude musste
mindestens aus fünf Steckteilen bestehen. Aber zum Glück mussten sie
nicht wie richtige Häuser aussehen. Wir sollten nach jeder Runde 20
Teile abgeben. So sahen wir, dass es ärmere Länder nach einer
Wirtschaftskrise ziemlich schwer haben und es dann oft keine Schulen
oder Ähnliches mehr gibt.
Elisabeth
11/2010
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