Die 12 Artikel der Schwäbischen Bauern

Die Bauern legten ihre Forderungen im Jahre 1525 in zwölf Artikeln vor, in denen sie ihre Rechte einklagten. Als Autor gilt der Memminger Kürschner Sebastian Lortzer:

1. Die Gemeinde soll ihren Pfarrer frei wählen dürfen, die Predigt Luthers Evangeliums soll erlaubt sein.

2. Der Kornzehnt soll für die Bezahlung des Pfarrers und für die Armen verwendet werden. Der Viehzehnt soll abgeschafft werden weil davon nichts in der Bibel steht.

3. Die Bauern wollen der Obrigkeit zwar (weiterhin) gehorchen ,aber die Leibeigenschaft soll abgeschafft werden.

4. Das Recht der Jagd und des Fischfangs soll den Gemeinden wieder zurückgegeben werden.

5. Das Recht der Holznutzung soll den Gemeinden zurückgegeben werden.

6. Die Frondienste sollen auf frühere Maße zurückgenommen werden.

7. Neu auferlegte Dienste sollen bezahlt werden.

8. Überhöter Pachtzinz soll neu festgesetzt werden.

9. Das alte Strafrecht soll wieder in Kraft gesetzt werden.

10. Gemeindewiesen (Allmende)sollen zurückgegeben werden .

11. Abgaben der Witwe beim Tod eines Bauerns ("Todfall") sollen abgeschafft werden.

12. Wenn einer oder mehr Artikel hier aufgestellt sein sollten , die dem Wortes Gottes nicht gemäß sind,dann wollen wir davon Abstand nehmen , wenn man uns das aus der heiligen Schrift nachweist.

(Geschichte in Quellen, Bd. 3, München 1976,S. 145 ff.)