Ulrich Zwingli wurde am 1. Januar im
Jahre 1484 im Bergdorf Wildhaus bei Sankt Gallen geboren. Sein
Vater war Bürgermeister des Dorfes, seine Eltern stammen beide
aus Bauernfamilien. Mit zehn Jahren ging er auf die Lateinschule
nach Basel, 1496 aufs Gymnasium nach Bern und 1498 auf die
Universität Wien. Von 1502 bis 1506 studierte er in Basel und
erwarb den Magistergrad. Von 1506 bis 1516 war Zwingli Pfarrer.
Nach den Weisungen des Erasmus las Ulrich das Neue Testament und
schrieb den griechischen Text der Briefe des Apostels Paulus ab.
In Zürich wurde Zwingli vom Reformer zum Reformator. Als "Leutpriester" legte er ab dem 2. Januar 1519 das Matthäus-Evangelium fortlaufend aus. Er lernte die wichtigsten Luther-Schriften kennen und verglich den Wittenberger Reformator mit Elia - nach jüdischem Glauben der Wegbereiter des Messias. Aber Zwingli wollte nicht, dass man ihn "Lutheraner" nennt. Im Juli baten zehn Geistliche und Zwingli den Bischof von Konstanz, die Predigt des Evangeliums nicht zu hindern und vor allem die Priesterehe zu gestatten.
1523 begann ein Vorstoß gegen die Bilder in den Kirchen und gegen den Meßdienst, dem auch der Rat von Zürich zustimmte. Seitdem wurden die Heiligentage und die Prozessionen nicht mehr gefeiert und die Bilder aus den Kirchen entfernt. 1529 entstand aus den Feindseligkeiten zwischen den katholischen und protestantischen Kantonen ein offener Bürgerkrieg. Am 10. Oktober 1531 wurde Zwingli bei Kappel am Albis verwundet und später von den Katholiken getötet. Die Reformation in der Schweiz wurde durch Johann Calvin und Heinrich Bullinger weitergeführt.
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