Am 4.Mai 1521 läßt
Kurfürst Friedrich der Weise Luther auf die Wartburg bei Eisenach bringen. Der mächtige
Kurfürst Friedrich der Weise hofft, dadurch Luther kurzzeitig aus dem Rampenlicht zu
nehmen und die ständigen Angriffe auf die reformatorische Begegnung etwas abzuschwächen.
Luther lebt nun incognito auf der Wartburg: Er nennt sich Junker Jörg und "pflegt
Haupthaar und Bart".
So widmet sich Luther einer neuen Aufgabe: Er übersetzt in nur elf Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche. Das später noch von Melanchthon und anderen Spezialisten bearbeitete Werk erscheint 1522 im Druck. Dieses sogenannte "Septembertestament" findet in den evangelischen Gebieten einen reißenden Absatz und wird dort zum Volksbuch, somit stellt es einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache dar.
Die Übersetzung des Alten Testament vollzog sich in mehreren Teilen. Erst 1532 war sie abgeschlossen. Im September 1534 lag bei Hans Lufft in Wittenberg der Druck der gesamten Lutherbibel in hochdeutscher Sprache vor. Sie zeichnet sich besonders durch ein tiefes Verständnis der biblischen Inhalte aus.