Die Reformation
brachte nicht nur eine theologische Revolution mit sich, sondern auch so etwas wie eine
Bildungsreform. Martin Luther ermahnte 1524 alle Ratsherrn christliche Schule
aufzurichten:
"Es ist eine große, ernste Sache, da Christo und aller Welt viel daran liegt, daß wir dem jungen Volk raten und helfen ... Einer Stadt Gedeihen liegt nicht allein darin, daß man große Schätze sammle, feste Mauern, schöne Häuser, viele Büchsen und Harnisch herrichte; sondern das ist einer Stadt allerbestes Gedeihen, daß sie viel feine, gelehrte, vernünftige, ehrbare, wohlerzogene Bürger hat, die danach wohl Schätze und alles Gut sammeln, halten und recht brauchen können. Wenn man der Schulen und Sprachen gar nicht bedürfte um der Schrift und Gottes willen, so wäre doch dieser Grund allein ausreichend, die besten Schulen für Knaben und Mägdlein an allen Orten aufzurichten: daß die Männer Land und Leute wohl regieren, die Frauen Haus, Kinder und Gesinde wohl ziehen und halten können... Laßt uns das gesagt sein, daß wir das Evangelium ohne Sprachen nicht wohl erhalten werden. Die Sprachen sind die Scheide, worin das Messer des Geistes steckt. Sie sind der Schrein, worin man dies Kleinod trägt ... So lieb uns nun das Evangelium ist, so hart laßt uns über den Sprachen halten."