1499 Katharina
von Bora wird an einem Dienstag im Januar 1499 in
Lippendorff/Sachsen geboren. Ihr Vater Hans ist ein armer
Adliger. Ihre Mutter, die auch Katharina heißt, ist eine
geborene von Haubitz. Katharina hat noch drei Brüder und eine
Schwester. Ihre Mutter stirbt vermutlich schon 1505, da ihr Vater
in diesem Jahre eine zweite Ehe eingeht. Schon mit fünf Jahren
hält sich Katharina im Benedikterkloster Brehna auf, da ihr
verwitweter Vater aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage
ist, das kleine Mädchen im eigenen Haus großzuziehen. Katharina
kommt nach dem Tod ihrer Mutter mit 6 Jahren ins
Zisterzienserinnenkloster Marienthron in Nimbschen bei Grimma.
1509, mit ca. zehn Jahren, wiederum bringt ihr Vater sie im Kloster Marienthron in Nimbschen unter, wo auch ihre Tante, Magarethe von Haubitz, lebt. Dort wird ihr Lesen, Schreiben, Singen und die Anfangsgründe des Lateins unterrichtet. Außerdem lernt sie noch die betriebswirtschaftlichen Abläufe in einer hochkomplexe Landwirtschaft kennen, wie auch die bunte und verführerische Religiösität der einfachen Leute.
1514: Das Noviziat beginnt am 18. Oktober des Jahres: Sie schwört allen Freuden der Welt ab.
1515 Sie legt ihr Gelübde im Kloster ab. In das strenge Gleichmaß des Klosterlebens dringt die erregende Kunde von Schriften des Augustinermönchs Martin Luther. Heimlich vertieft sich Katharina mit acht anderen Nonnen in Luthers Worte und Gedanken und gewinnt daraus den Glauben an Gottes Gnade und die Gewissheit des Heils allein durch den Glauben. Zugleich erkennt sie freilich die Wertlosigkeit und Gottwiedrigkeit des Klosterlebens. Ein Fluchtgedanke reift bei ihr und anderen Nonnen.
1523 Sie flieht mit 9 Schwestern in einem Versorgungswagen am Karsamstag. Katharine kann nicht nach Hause, weil dort auf die Rebellion und das Brechen des Gelübdes die Todesstrafe steht. Sie zieht mit ihren Ordensschwestern nach Wittenberg. Luther nimmt die 9 Frauen auf und versorgt sie in den Häusern seiner Freunde. Katharina wohnt bei Lukas Cranach. Luther verheiratet alle bis auf Katharina, da ihr Verlobter vor der Hochzeit von seinem Vater zur Rechenschaft gezogen wurde, eine entlaufene Nonne zu heiraten.
13.6.1525 Während der Bauernkrieg noch tobt und viele Leute ihr Leben verlieren, treten Katharina und Martin vor den Traualtar. Von diesem Zeitpunkt an verändert sich Luthers Leben schlagartig. Der sonst so unordentliche, ohne Zeitgefühl lebende Mensch gerät unter die Hände einer treu sorgenden Frau. Diese unterstützt ihn mit Rat und Tat, verwandelt ihre Umwelt in ein Paradies, welches viele positive Annehmlichkeiten für Luther birgt. Sie pflegt Haus und Garten (Wovon sie noch ein paar erwirbt). Außerdem braut sie Bier.
1544 Ab diesem Zeitpunkt baut sie noch einen Weinberg an. Sie schenkt ihrer Ehe sechs Kinder und nimmt noch elf verarmte, oder verwitwete Verwandte auf. Noch dazu dazu gibt sie Knechten, Studenten, Mägden und Gästen ein Dach über dem Kopf. Es kommt dazu, dass sie die Versorgung von bis zu 40 Menschen täglich übernimmt. Sie übernimmt sogar die Finanzen, was ihr durch die überaus große Freigiebigkeit ihres Mannes nicht selten Probleme bereitet. Sie kümmert sich liebevoll um ihre Kinder, deren Sorgen und (Aus-) Bildung. Über den Tod ihrer Tochter Lenchen kommt sie fast nicht hinweg.
1546 Luther stirbt. Ihr Vormund wird durch Freunde bestimmt. Dies legte Martin Luther 4 Jahre vor seinem Tod in einem Testament fest. Als dann der Schmalkaldische Krieg beginnt, muss sie über Dessau nach Magdeburg fliehen. Doch schon 1547 flieht sie zum zweiten mal von Wittenberg über Halmstedt nach Braunschweig. Ende Juli kehrt Katharina nach Wittenberg zurück, da der Krieg ein vorläufiges Ende nimmt. Nach dem Krieg erhält sie wirtschaftliche Unterstützung zweier Fürsten. Langsam gelingt es ihr, sich mit bescheidenen Mitteln in Wittenberg wieder einzurichten.
1552 Auf der Flucht vor der Pest zieht sich Katharina Lähmungen und eine schwere Erkältung zu. Von diesem erholt sie sich nicht mehr, und stirbt unter großer Betroffenheit ihrer Lutherischen Freunde, die sich eigentlich bereits von ihr abgewandt hatten. Ihr Begräbnis wird auch heute noch in der Torgauer Stadtkirche geehrt!