Luthers Protest gegen den Ablasshandel

Der erste große Streit, der um Luther entstand, war der Ablassstreit. Aber was war das eigentlich - Ablass? Der Ablass steht im Zusammenhang mit dem Bußsakrament der Kirche. Diese versprach den Gläubigen bei Zahlung eines bestimmten Betrages den Erlass von zeitlichen und Fegfeuerstrafen. Es waren fahrende Prediger wie der Dominikanerpater Tetzel, die durch den Ablass der Kirche einen reichen Geldsegen bescherten. Gegen diese Praxis, die eine falsche Heilsgewißheit hervorbrachte und echte Reue unmöglich machte, wendete sich Martin Luther mit seinen 95 Thesen, die er (nach einem späteren Bericht Melanchthons) 1517 an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen haben soll.

Diese Thesen, nachdem sie im Druck erschienen waren, rerregten eine hitzige öffentliche Debatte. Nach einer Anzeige wurde in Rom gegen Luther ein Prozess wegen Irrlehre eröffnet. Kurfürst Friedrich der Weise erreichte, dass der päpstliche Legate Cajetan Luther in Augsburg verhörte. 1519 war die nächste Phase der Auseinandersetzung erreicht, auf der Luther mit Johannes Eck über das Papsttum diskutierte.

Im folgenden Jahr erschienen die drei reformatorischen Hauptschriften: "Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche", sowie "Von der Freiheit des Christenmenschen" und "An den christlichen Adel deutscher Nation". Gegen Luther wurde zeitgleich der Ketzerprozess wieder aufgenommen und an ihn die Bulle "Exurge Domine" geschickt, in der ihm der Bann angedroht wurde. Die Bulle wurde von Luther öffentlich verbrannt. Die Kurie regierte 1521 mit der Exkommunikation (=Ausschluss aus der katholischen Kirche).

Luther widerrief auch nicht vor dem weltlichen Gericht und dem Reichstag zu Worms (1521). In die Reichsacht getan durch ein Edikt vom Kaiser, wurde über Luthers Bücher das Verbot verhängt. Auf die Wartburg kam er durch kurfürstlichen Schutz. Die Reformation sollte von nun an, ihre politische Dimension gewinnen. Luther widmete sich der Durchführung seiner Reformvorschläge, indem er 1522 nach Wittenberg zurück kehrte.

Der Text des hier abgebildeten Ablassbriefes lautet: "Wer diese Figur ehret mit einem Paternoster (=Vaterunser), der hat 14000 Jahre Ablaß und von 43 Päpsten, derer gab jeder 6 Jahr und von 40 Bischöen, von jeglichem 40 tag, und den Ablaß hat bestätigt Papst Clemens."

 



Weitere Links zum Thema

http://www.hd.shuttle.de/st-peter/ablass/ablassjg.html
Prima Seite zur Geschichte und der aktuellen Bedeutung des Ablasses in der katholischen Theologie

http://www.beichte.de/ablass.html
Hier ist nachzulesen, wieviel Ablass der Katholik für welche fromme Handlung erwarten kann. Nur für Katholiken genießbar!