Erfahrungsberichte

Isabell Mattes , Abschluss 2017

Während ich dies schreibe, sitze ich im Zug auf dem Weg nach Rostock. Ich habe erst kürzlich die Zusage für das Medizinstudium bekommen und hätte dieses höchstwahrscheinlich ohne das Abibac, welches bei uns an der Schule angeboten wird, nicht direkt zum Wintersemester 2017/2018 beginnen können.

Das Abibac, also quasi das französische Abitur, hat nämlich meinen Abischnitt um 0,2 Kommastellen verbessert. Das ist enorm, wenn man sich vorstellt, mit was für einem Arbeitsaufwand manche Schüler um jeden Punkt kämpfen.

Meine Leistungskurse in der Oberstufe waren Französisch (welches man belegen muss, wenn man Abibac macht), Englisch und Biologie. Hinzu kam, dass Erdkunde und Geschichte auch auf Französisch unterrichtet wurden, was, wenn man gute Französischkenntnisse hat, gar kein Problem und auch echt machbar ist. In meinem Jahrgang waren wir neun Schüler, die sich dazu entschieden haben, das Abibac zu machen, was dazu führte, dass sich unter den Schülern und Lehrern ein sehr familiäres und angenehmes Klima entwickelte.

Es machte Spaß mit der Bilifamilie (so nannten wir uns nämlich nach kurzer Zeit) zu lernen, zu lachen, zu diskutieren und Exkursionen zu unternehmen. Zum Beispiel organisierten unsere Lehrerinnen (Fr. Schejok (Erdkunde), Fr. Cherfouf (Geschichte) und Fr. Weber (Französisch) einige wundervolle Reisen. Mit dem gesamten LK machten wir einen zweiwöchigen Austausch in Toulouse, bei dem wir Einblicke in den französischen Alltag bekamen, Praktika absolvierten, Airbus besichtigten und sogar einen Tag ans Meer fuhren. Es war eine sehr schöne und aufregende Zeit.

Mit der Bilifamilie ging es einige Monate später schon wieder auf Exkursion. Wir besichtigten die Völklinger Hütte und haben uns dort die ehemalige Eisenproduktion ansehen können. Danach ging es nach Metz ins Robert Schuman Haus und danach nach Verdun, wo wir mit eigenen Augen die Brutalität des ersten Weltkriegs sehen und quasi spüren konnten. Wir übernachteten in Hostels/Jugendherbergen und durch die einwandfreie Organisation unserer Lehrerinnen lief alles wie geplant. Es war eine sehr lehrreiche Exkursion, die uns allen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Unsere letzte Exkursion führte uns kurz vor dem Abitur nach Paris. Durch die Insider-Tipps von Fr. Schejok entdeckten wir die Stadt der Liebe mit ganz anderen Augen. Es gab kein Museum, in das wir nicht gegangen sind. Jeder hatte die Möglichkeit zu Worte zu kommen, eigene Vorschläge in das Programm zu integrieren und auch mal in einer kleineren Gruppe gemütlich die Champs-Élysées hinunter zu bummeln.

Natürlich besteht das Abibac nicht nur aus Exkursionen und Spaß. Was ich aber sagen kann ist, dass wenn man eine gute Grundlage in Französisch hat, einem Geschichte und Erdkunde nicht allzu schwer fallen und man trotzdem einen guten Einblick in den Lehrstoff bekommt. Ein weiterer Vorteil ist, dass man in der 13. Klasse eines der beiden Fächer zum LK hochstufen und einen seiner LKs (ausgeschlossen ist hierbei Französisch!) abstufen kann (- es gibt noch eine Möglichkeit dies nicht zu tun, indem man in seinen drei Lks + Geschichte bili/ Erdkunde bili das Abitur schreibt). Somit wurde bei mir der Geschichte bili Kurs zum LK und Biologie zum Grundkurs. Auch dies führte nochmal dazu, dass sich meine Endnote verbesserte, da ich in Geschichte bili grundsätzlich besser war als in Bio.

Mein Tipp also an alle Abibacler: Schickt bei eurer Bewerbung einfach eine beglaubigte Kopie eures Abibacs mit an die Universität. Die wird sich dann hoffentlich bei euch diesbezüglich melden. Ich drück euch die Daumen, dass das alles klappt und euch so viel hilft wie mir.

Falls ihr Fragen habt, scheut nicht mir eine Mail zu schreiben: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Viel Erfolg euch allen!


Katharina Scheu, Abschluss 2012:

Mittlerweile ist es schon fast 2 Jahre her, dass ich mein Abitur und damit auch das französische Bac abgeschlossen habe. Französisch hat mir immer Spaß gemacht, ich hatte es in der Orientierungsstufe als erste Fremdsprache, dann in der Mittelstufe den bilingualen Unterricht, also zusätzlich Géo und Histoire und habe es dann in der Oberstufe mit dem Abibac weiter geführt.

Wir hatten pro Woche 2 Stunden Géographie und eine Stunde Histoire (oder umgekehrt). Diese 3 Stunden Französisch mehr in der Woche, zusätzlich zum LK Unterricht, waren sehr hilfreich. Die größere Anzahl der Französischstunden verhalf mir zu einem erweiterten Wortschatz und ich war mehr „in der Sprache drin“, das Reden und Schreiben fiel mir somit viel leichter. Der Géo und Histoire Unterricht unterscheidet sich insofern von dem „normalen“ Geschichts- oder Erdkunde Grundkurs, dass der Fokus eher auf Frankreich liegt. In Histoire beachteten wir besonders die deutsch-französische Beziehung in der Geschichte und auch in Géo nahm der Vergleich der beiden Länder einen übergeordneten Platz ein. Damit erhält man einen umfassenderen Blick auf das, was man Civilisation nennt, also auf das Land Frankreich, seine Literatur und Kultur.

Der zweiwöchige Austausch mit den Schülern des Lycée Victor Hugo in Toulouse und das Praktikum dort waren eine tolle Erfahrung und der Kontakt zu den Franzosen hat mich in der französischen Sprache weitergebracht und wie ich finde auch meine kulturellen Kompetenzen verbessert.

Rückwirkend muss ich sagen, dass mir das AbiBac wirklich viel geholfen hat. Ich studiere zurzeit Medien- und Kommunikationswissenschaft im Hauptfach und Französisch im Nebenfach an der Universität in Mannheim. Zu Beginn meines Studiums musste ich einen Orientierungstest machen, der zeigen sollte wie gut ich in Französisch bin, der dank des AbiBacs kein Problem war.
Ich belege in Französisch pro Semester immer sprachpraktische Kurse, da gibt es Compréhension und Expression und ein Literaturseminar, welches auf Deutsch ist und französische Literatur behandelt (Zu Beginn des 2. Semesters musste ich zwischen Literatur- und Sprachwissenschaft wählen). Für beide Arten von Kursen hat mir der Unterricht im AbiBac sehr weitergeholfen, da der Aspekt der Civilisation dort immer eine große Rolle spielt.



Martin Höhl, Abschluss 2012

AbiBac - Freundschaft mit gewissen Vorzügen

Freundschaft? Was das heißt, ist klar: deutsch-französische Freundschaft, Freundschaft innerhalb der AbiBac-Klasse, Austauschfreunde - das kann man alles in verschiedenen, (schulischen) Kontexten erleben. Aber was sind die gewissen Vorzüge? Die Lehrer haben viel davon erzählt: Horizonterweiterung, problemloses Auslandsstudium, Zusatzqualifikation für Bewerbungsverfahren - doch wie sieht das konkret aus? Vor allem, wenn man kein direktes Auslandsstudium anstrebt.

Mein Name ist Martin Höhl, ich bin 21 und studiere im dritten Semester Katholische Theo­logie an der LMU und Philosophie an der Hochschule für Philosophie (SJ) in München. Vor ca. 1 1/2 Jahren habe ich in Bad Bergzabern das AbiBac abgelegt. Nun könnte man meinen, dass man zum Studieren in Deutschland, vor allem in Bayern, doch nichts mit Französisch anfangen kann und schon gar kein AbiBac braucht. Weit gefehlt! Konkret erinnere ich mich an ein Seminar zu Freuds Psychoanalyse, bei dem der leitende Professor sehr dankbar war, dass einer in der Runde einen sehr gewinnbringenden, französischen Text bearbeiten konnte. Dieser Fall ist natürlich sehr kontingent, doch das Muster gilt auch allgemeiner:

Um hier eine Wohnung zahlen und studentisch leben zu können, braucht man entweder reiche Eltern, einen guten Job oder ein Stipendium. Wenn dabei ersteres nicht der Fall ist und wegen eines Doppelstudiums keine Zeit zum Arbeiten bleibt, kommt nur die dritte Option in Frage. Im Zuge des Aufnahmeverfahrens ins Cusanuswerk und die Studienstiftung des deutschen Volkes war die Tatsache, dass ich das AbiBac abgelegt habe, ein seltenes Herausstellungsmerkmal gegenüber meinen Mitbewerbern, welches dafür gesorgt hat, dass ich in beide Förderwerke aufgenommen wurde; die Aufnahmegespräche entwickelten sich meist von einem interessierten "Sie haben in Ihren Unterlagen erwähnt [...AbiBac...], was ist das eigentlich?" zu einem wohlwollenden "so eine Chance bekommen nicht viele, seien Sie froh!"

Mir selbst hat in der Schule oft der Weitblick gefehlt, zu erkennen, wie besonders es ist, eine solche Chance bei einem wirklich minimalen Aufwand zu bekommen. Außerdem wird ein Auslandssemester heute praktisch von jedem erwartet; jeder hat später Probleme bei der Jobsuche - wer nicht "jeder" sein will, braucht Zusatzqualifikationen. Das AbiBac ist eine solche Möglichkeit: oft wird man mit offenen Armen als "einer" mit gewissen Vorzügen empfangen.

CHE 2/14
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