Das Schulprogramm

A. Präambel

Die Schärfung des Bewusstseins für die Integrität der eigenen Person und für die des Anderen ist oberstes Leitziel unserer Schulgemeinschaft.

Die Achtung vor dem Menschen und vor der Schöpfung und die Sorge um ihre Bewahrung erfordert die Erziehung zu Grundeinstellungen. Dabei legen wir besonderen Wert auf

  • Gerechtigkeit
  • Wahrhaftigkeit
  • Gewaltfreiheit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Toleranz 
  • Solidarität
  • Völkerverständigung

Diesen Erziehungsauftrag erfüllen Eltern und Schule gemeinsam. In unserem Bemühen um soziale Integration soll die Identifikation aller mit der Schule gefördert werden. Eigeninitiative und Mitplanung durch Schülerinnen und Schüler sind wünschenswert und erforderlich.

Die genannten Werte und die im Folgenden noch zu benennenden grundsätzlichen Ziele machen es notwendig, neben inhaltlichem Wissen – inhaltlicher Kompetenz – weitere Fähigkeiten zu vermitteln bzw. zu erwerben, und zwar

  • soziale Kompetenz im Umgang mit anderen Menschen
  • Methodenkompetenz in der Problemlösung und 
  • Medienkompetenz im bewussten Umgang mit den Medien.

B. Grundsätzliches

Von der regionalen Verwurzelung zur Weltoffenheit

Als Schule in einer Region, die aufgrund ihrer Nachbarschaft zu Frankreich in besonderer Weise den unvoreingenommenen Blick über die eigenen Grenzen hinaus möglich und notwendig macht, und als Schule in einer Zeit, die weltoffenes Denken und Handeln voraussetzt, bekennen wir uns zur eigenen Region wie zum Europagedanken in einem umfassenden Sinn wie zur weltweiten Völkerverständigung.

Regionale Verwurzelung und Weltoffenheit schließen einander nicht aus. Die feste Verwurzelung junger Menschen bietet eine gute Grundlage für die in Zukunft von ihnen erwartete Mobilität.

Nachhaltigkeit 

Unsere Schule ist als Schule im ökologischen Netzwerk der Nachhaltigkeit verpflichtet; damit fördert sie eine dauerhafte Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden. Prinzipien dieses Entwicklungsprozesses sind Zukunftsfähigkeit, Schutz der Umwelt, soziale Gerechtigkeit beim Zugang zu natürlichen Ressourcen und öffentliche Beteiligung.

Schüler, Eltern und Lehrer wirken auf verantwortliches Handeln in dem sensiblen Spannungsfeld zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialer Gerechtigkeit hin und fördern und verinnerlichen ein Verhalten, das sich am Leitbild der Nachhaltigkeit orientiert.

Verantwortliches Handeln in diesem Sinn setzt an

  • bei Projekten und Arbeitsgemeinschaften, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen,
  • beim Energiehaushalt der Schule
  • und bei der ökologisch verträglichen Versorgung und der baulichen Gestaltung der Schule

Pädagogische Vermittlung des Leitbildes der Nachhaltigkeit, z.B. auch in Arbeitsgemeinschaften, und seine Umsetzung im Schulalltag bedingen und ergänzen einander. Unsere Schule verpflichtet sich zu einer stetigen Weiterentwicklung in allen genannten Bereichen.

C. Inhaltliche Kompetenz

Breite des Angebots

Die in den übergreifenden Fächergruppen Naturwissenschaften, Gemeinschaftskunde, Sprachen, Religion bzw. Ethik, Sport und im musischen Bereich zusammengefassten Einzelfächer leisten jedes für sich einen wesentlichen und nicht verzichtbaren Beitrag zur Entwicklung der jungen Menschen zu eigenständigen Persönlichkeiten, die Verantwortung tragen

  • sich selbst gegenüber,
  • innerhalb der Gesellschaft und
  • im Sinne ökologisch-nachhaltigen Handelns. 

Deshalb wird das Schulprofil durch ein breites Angebot bestimmt: Jedes Fach vermittelt fundierte Kompetenz in der Sache, um Schülern in allen Fachrichtungen eine erfolgreiche weiterführende Ausbildung zu ermöglichen.

Gleichzeitig streben wir mit dem verstärkten Einsatz fächerübergreifender Unterrichtsformen neue Wege der Unterrichtsgestaltung an. Die bestehende Schulform einer Kooperativen Gesamtschule, in die das Gymnasium eingebunden ist, sowie ihr Charakter einer freiwilligen Ganztagesschule ermöglichen zusätzlich die Chance des schulartübergreifenden bzw. schulartunabhängigen Lernens. Besondere Bedeutung haben Chancengerechtigkeit durch sichere Orientierung in der Eingangsstufe und Durchlässigkeit zwischen den drei kooperierenden Schulen. 

Sprachen

Über den Erwerb sprachlicher Fähigkeiten – einschließlich der Muttersprache – hinaus sollen vielfältige Kontakte unserer Schule und unserer Schülerinnen und Schüler in alle Welt dabei helfen, wesentliche Ziele zu verwirklichen. So verstandenes Sprache-Lernen

  • vermittelt Kenntnisse anderer Lebensformen und weckt für sie Verständnis,
  • schafft die Voraussetzungen, über Länder- und Kulturgrenzen hinweg zu agieren,
  • ermöglicht das rasche und flexible Reagieren auf aktuelle Themen und Ereignisse.

Die Erprobung der Sprachkompetenz in allen modernen Fremdsprachen und ihre gezielte Anwendung wird gefördert durch Schülerbegegnungen. Das Vorziehen der 2. Fremdsprache in die 6. Klasse wird angestrebt.

 Englisch

Die Bedeutung des Englischen als

unentbehrliches globales Verständigungsmittel auf allen Ebenen des Wissenschafts- und Wirtschaftslebens wird betont. Englisch wird als erste und zweite Fremdsprache angeboten.

Französisch

Auf der Grundlage der bewährten Tradition des bilingualen Französischunterrichts

  • mit verstärktem Unterricht durch besonders ausgebildete oder muttersprachliche Lehrkräfte und
  • mit Fremdsprachenunterricht in einzelnen Sachfächern besteht das Angebot, die Doppelqualifikation des Abi-Bac zu erwerben. 

Latein 

Die besondere Bedeutung von Latein als 3. Fremdsprache wird betont, da diese Sprache das systematische Denken schult, kulturelles Erbe vermittelt und das Verständnis für den Aufbau vieler europäischer Sprachen in hervorragender Weise fördert. Die Möglichkeit, Latein als 2. Fremdsprache anzubieten, bleibt grundsätzlich erhalten.

Spanisch

Mit dem Angebot Spanisch als zusätzliche 3. Fremdsprache wird ein wichtiger Beitrag zur Mehrsprachigkeit unserer Schülerinnen und Schüler geleistet und der besonderen Bedeutung des Spanischen als Weltsprache Rechnung getragen.  

Musisch-künstlerischer Bereich

Der Bedeutung des musischen Bereichs für die Ausbildung der Gesamtpersönlichkeit wird in vielerlei Projektangeboten Rechnung getragen.

Die frühestmögliche Hinführung zum Instrument ist in der Orientierungsstufe möglich. In den Klassen 5 bis 6 wird das Erlernen eines Blasinstruments im regulären Musikunterricht angeboten. Diese Ausbildung kann bis zur 8. Klasse fortgeführt werden.

Das Erlernen eines Streichinstruments ist in den Klassen 5 und 6 im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft möglich. Ergänzende bzw. weiterführende Arbeitsgemeinschaften fördern die musisch-künstlerischen Begabungen in Big Band, Chor, Instrumentalensembles, Orchester und Theater.

D. Soziale Kompetenz

Sozialkompetenz ist ein wichtiges Unterrichts- und Erziehungsziel. Darüber hinaus fördern wir sie durch Zusammenarbeit aller an der Schulgemeinschaft beteiligten Gruppen und in allen Jahrgangsstufen, vor allem auch innerhalb des freiwilligen Ganztagsangebots unserer kooperativen Schule. Besondere Angebote zur Förderung der sozialen Kompetenz sind:  

  • Arbeiten und Spielen,
  • kooperative Arbeitsgemeinschaften,
  • Fahrten: Begegnungsprogramme mit ausländischen Schülern, Schullandheimaufenthalte, Kennenlernfahrten in der GOS, Studienfahrten,
  • SV-Angebote: GOS-Zeltlager, SV-Seminare, Schulfeste, SV-Partys, Schülercafeteria
  • Projekte: Integrationsseminare, „Erwachsen werden", Gewalt- und Suchtprävention, De-Eskalationstraining, Eine-Welt-Woche 
  • Beratung im Bereich Drogen und Sucht, Ess-Störungen, Supervision, 
  • Schulsanitätsdienst,
  • Beratung und Berufspraktika im In- und Ausland.


E. Methodenkompetenz

Schulische Bildung im Bereich Methodenkompetenz verhilft Schülerinnen und Schülern zu 

  • Kommunikationsfähigkeit, insbesondere durch Vermittlung verbaler Ausdrucksfähigkeit und durch Einüben des freien Vortrags 
  • Teamfähigkeit insbesondere durch Gruppenarbeit und Präsentation der hier erzielten Arbeitsergebnisse,
  • Sachkompetenz insbesondere durch Textbearbeitung und Recherche.

Gefördert wird die Vermittlung von Methodenkompetenz in erster Linie

  • im Fachunterricht,

darüber hinaus 

  • durch Fortbildungsmaßnahmen für die Lehrkräfte z.B. in Klassen- und Fachkonferenzen im Rahmen des fächerübergreifenden Projektunterrichts,
  • durch gezieltes schwerpunktmäßiges Methodentraining der Schüler in Form eines Spiralcurriculums, z.B.
    • während der Einführungstage zu Beginn der Orientierungsstufe,
    • in „Arbeiten und Spielen",
    • im Seminar „Lernen lernen".


F. Medienkompetenz 

Unsere Schule besitzt vielfältige Möglichkeiten, die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern:

  • Sie verfügt über zwei EDV-Labors für den Unterricht in allen Fachbereichen und bietet zudem Zugang zum Internet auch außerhalb des Unterrichts.
  • Die Schulbibliothek der Kooperativen Gesamtschule ermöglicht selbstständiges Arbeiten und Literaturrecherche auch über Fernleihe.
  • Das CDI (Centre de documentation et d’information) des Fachbereichs Französisch bietet die Möglichkeit, mit Medien aus dem französischen Sprach- und Kulturkreis auf vielfältige Weise zu arbeiten.

Wir haben eine besondere Verantwortung zur Medienerziehung.
Schülerinnen und Schüler sollen in die Lage versetzt werden,

  • ihr Wissen zu aktualisieren, 
  • aus der Informationsfülle kritisch auszuwählen,
  • für sich selbst Wissensziele zu formulieren und diese zu überprüfen
  • die speziellen Absichten und Interessen der gesellschaftlichen Kräfte, die die Medien beeinflussen, zu durchschauen. 

Ein solides Grundwissen bleibt auch unter den Bedingungen der multimedialen und globalen Informationsvermittlung unabdingbar. Die in den neuen Medien angelegten Chancen neuer Vergemeinschaftung sollen beherzt genutzt, allerdings auch nicht überschätzt werden. Ganzheitliches Lernen setzt auch im Medienzeitalter Primärerfahrungen voraus und lässt sich durch Virtualität nicht ersetzen. Im Zweifel gilt: Unmittelbare Kommunikation ist der mediatisierten Kommunikation vorzuziehen. 

G. Ausblick 

Ständige pädagogische und gesellschaftliche Veränderungen machen es notwendig, die Erziehungsziele von Zeit zu Zeit zu überdenken, zu ergänzen oder neu zu definieren und die Voraussetzungen zu ihrer Verwirklichung anzupassen oder zu verändern.

Das Schulprogramm des Gymnasiums Bad Bergzabern ist Richtlinie für alle am Schulleben Beteiligten und für jedes schulische Handeln auf allen Ebenen. Es kontinuierlich auf seinen Inhalt zu überprüfen und fortzuschreiben, ist unsere gemeinsame Aufgabe. Das Schulprogramm wird gemeinsam von Schulelternbeirat, Gesamtkonferenz und Schulausschuss unter Mitwirkung der Schülervertretung verabschiedet.


Das Konzept für dieses Schulprogramm wurde während eines Studientages im Februar 2001 entwickelt und bis zum März 2002 durch einen Arbeitskreis ausgearbeitet. Beteiligt waren Vertreterinnen und Vertreter der Eltern, der Schülerschaft und des Kollegiums sowie die Schulleitung. 
Das Schulprogramm wurde von der Gesamtkonferenz, von der Schülervertretung und vom Schulelternbeirat getrennt beraten und angenommen und am  03. Juli 2002 durch den Schulausschuss des Gymnasiums verabschiedet.

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