Erasmusfahrt nach Brescia

Erasmus-Fahrt nach Brescia
vom 03. bis 10. November 2018

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Am 03. November 2018 ging es für uns, neun Schüler und Schülerinnen des Erasmus+ Projektes mit dem Zug nach Brescia/Italien. Gemeinsam mit zwei Projektlehrerinnen (Frau Beinghaus und Frau Dr. Kliewer) und mit dem Chorleiter unseres Gymnasiums, Herrn Bornschein, verbrachten wir eine Woche in der historischen Stadt Brescia. Brescia ist mit über 200.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in der Lombardei, eine Region in Norditalien.

Schön an unserer Italienreise war, nun endlich unsere Partner aus den anderen Ländern näher kennenzulernen. Wir durften bei Unterrichtsstunden des Musik-und Sprachgymnasiums Liceo Veronica Gambara teilnehmen.

Neben jeder Menge Spaß arbeiteten wir auch fleißig an unserem Projekt weiter. Gemeinsam einigten wir uns dann am letzten Tag, in unseren transnationalen Gruppen, welche Aktivitäten und Besuche für unser Projekt von großer Bedeutung waren und unsere Arbeit weiter gebracht haben. Das waren das Treffen mit dem Bürgermeister von Brescia, ein Treffen mit Flüchtlingen bei der Organisation KEMAY, ein Workshop zum Thema Afrika im Afrika-Museum Verona, ein Vortrag der Organisation ADL Zavidovici, besonders jedoch war die Arbeit in den Transnationalen Gruppen zur Infrastruktur und zu den verschiedenen Kunstprojekten.

Das erste wichtige Treffen für uns, aber auch für das Projekt, war unser Treffen am 05. November 2018 mit dem Bürgermeister Emilio Del Bono. Seine Rede war sehr interessant und wichtig zugleich, da wir durch ihn mehr über die Flüchtlingssituation in Brescia erfuhren: Aktuell leben 37.000 Migranten aus 105 verschiedenen Ländern in Brescia leben und machen somit 18% der Stadtbevölkerung aus. Wir beobachteten bereits in den ersten Tagen, dass in Brescia andere Migranten leben als bei uns, denn die meisten kommen aus Afrika. Außerdem schilderte Del Bono die Ängste der Bürger in Bezug auf die Kriminalität. Trotz der niedrigen Anzahl an kriminellen Verbrechen hätten die Bürger immer mehr Angst. Ein wesentliches Ziel sieht Del Bono darin, das Vertrauen in Europa wieder aufzubauen und dabei die Verantwortung jedes einzelnen zu stärken. Nur so, nämlich europäisch, könnten die Ängste und das Misstrauen gegenüber den Migranten und der Flüchtlingspolitik bewältigt werden.

Hier sind wir auf der Facebookseite der Kommune Brescia zu sehen!
https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=946627378858497&id=100005337309601
Am selben Tag trafen wir vier Flüchtlingen von Flüchtlingsorganisation KEMAY. Diese setzt sich seit 2015 für Flüchtlinge ein und bietet zudem noch ein Kunstprojekt im Bereich Theater an, an dem Flüchtlinge teilnehmen können. Dieses Theaterstück wurde sogar bereits in Palermo/Sizilien aufgeführt. Nachdem uns die Leiterin des Projekts über die verschiedenen Herkunftsländer der Flüchtlinge aus Brescia informiert hatte, stellten sich uns vier Flüchtlinge persönlich vor und berichteten von ihrer Heimat, ihren Fluchtgründen, ihren Fluchtwegen sowie von ihrem neuen Leben.
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Der dritte wichtige Punkt, unser Workshop im Afrika Museum in Verona , zeigte uns, welche unterschiedlichen Spiele sich die Menschen auf der ganzen Welt einfallen lassen, um sich zu vergnügen. Einige dieser Spiele, die auf dem Seeweg nach Europa gelangten, lernten wir in Kleingruppen von zwei bis zehn Spielern und Spielerinnen kennen. Interessant zu sehen war zum Beispiel, dass das uns bekannte Brettspiel „Mensch ärgere dich nicht“ den Deutschen sehr geläufig war, den Polen, Litauern und Italienern jedoch nicht. Dafür kannten diese Spiele, die wir Deutschen vorher noch nicht kannten und so haben wir alle viel über die Kulturen der verschiedenen Länder gelernt. Gleichzeitig wurden uns drei Flüchtlinge vorgestellt, die uns die Spiele erklärten. Nach dem Museumsbesuch konnten wir die wunderschöne Stadt Verona besichtigen.

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Das nächste bedeutende Treffen fand am Freitagmorgen mit der Flüchtlingsorganisation Association of Local Democracy Embassy in Zavidovici (ADL) statt. Uns wurde ein erschütterndes Video gezeigt über eine Rettungsaktion der Sea Watch vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa und dem Versuch der libyschen Küstenwache, diese zu behindern. Der anwesende 20-jährige Flüchtling aus Gambia berichtete uns von seiner gefährlichen Fahrt von Westafrika in den Nordosten, nach Libyen, den Zuständen in Libyen, wo er wie ein Sklave arbeiten musste und nicht entlohnt wurde, schließlich drei Monate im Gefängnis war und sich deshalb entschied, alles auf eine Karte zu setzen, nämlich den Weg auf einem Schlauchboot nach Italien (Lampedusa) anzutreten. Wir waren schockiert von diesem Bericht. (http://www.adl-zavidovici.eu/ )

Entscheidend war die Arbeit am Projekt in dieser Woche. Die transnationalen Gruppen - es gibt transnationale Kunst-und Infrastruktur-Gruppen mit Schülern und Schülerinnen aus allen beteiligten Ländern - klärten ihre Aufgaben, die bis zum Projektabschluss zu erledigen sind. Es wurden Ideen und Informationen ausgetauscht, denn in Zukunft wird unsere Koordination und Arbeit nur noch digital laufen können.

Jede Gruppe möchte ihr Kunstwerke und ihre Plakate auf der Abschlusswoche, die vom 8. - 15. Juni 2019 in Bad Bergzabern stattfinden wird, stolz präsentieren.

Unsere spannende Woche in Brescia endete mit einem beeindruckenden Konzert des Musikgymnasiums. Zum ersten Mal wurde das Erasmuslied, welches von dem italienischen Schüler Matteo Lombardi komponiert wurde und von den deutschen Schülern mit einem Text versehen wurde, uraufgeführt!
Insgesamt war es eine Zeit mit viele neuen Erfahrungen und auch Freundschaften, wofür wir uns bedanken möchten! Danke auch an Olaf Kocur aus Polen, der die ganze Woche mit seiner Kamera festhielt!

Lorine Schenck und Magdalena Cremer (MSS11), 21. Nov.18









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