Ich werde immer Autorin sein

Lesenacht der Gemeinsamen Orientierungsstufe des Alfred-Grosser-Schulzentrums mit 26 Fünftklässlern und einer 18-Jährigen, die schon Schriftstellerin ist - Vivien Verley

„Ich bin eine Prinzessin oder ein grammatischer Fehler. Mein Haus ist blau mit gepunkteten Streifen. Als die Mutter eine komische Entdeckung machte, hat sie eine kleine Fledermaus nicht gesehen. Sie flog zur Tür und öffnete sie, weil sie einkaufen war. Sie ist heute strubbelig aus dem Bett gekommen, deswegen ist sie wütend auf sich selbst. Die Prinzessin hatte einen Schaden am Hintern." Was es nun im Wesentlichen mit der kuriosen Prinzessin oder dem grammatischen Fehler auf sich hat, nun, das weiß niemand so genau. Grundsätzlich halten wir wohl am besten einfach an dem guten alten Sprichwort „nichts ist unmöglich" fest, vor allem, wenn eine Gruppe von 26 Fünftklässlern des Alfred-Grosser-Schulzentrums gemeinsam eine Geschichte spinnt, zu der jeder der Reihe nach nur ein Wort beiträgt. Das taten sie am 2. Dezember 2016 bei ihrer Lesenacht, mit der den Schülerinnen und Schülern der Gemeinsamen Orientierungsstufe das Lesen als Zeitvertreib und Hobby nähergebracht wurde. Zu diesem Zweck reiste sogar eine erst 18-jährige Jugendbuchautorin, Vivien Verley, an, um hier eine Kurzgeschichte und einen Auszug ihres neuesten Romans „Alexis Goldfire" vorzulesen.

Sie weckte das Interesse der Kinder, indem sie nach deren Erwartungen fragte. Die Schülerinnen und Schüler stellten auch viele Fragen zu ihrem Leben als Autorin: „Wie lange möchtest du noch Autorin sein?", fragte ein Mädchen neugierig, woraufhin ein amüsiertes Lächeln über Viviens Gesicht huschte. „Weißt du", begann sie. „Das ist das Tolle am Schriftstellersein. Ich habe schon Bücher geschrieben und bin und bleibe damit Autorin, auch wenn ich irgendwann nichts mehr schreiben sollte. Ich werde immer Autorin sein", sagte die 1998 geborene Schülerin.

Wie Hagelkörner prasselten die Fragen auf die junge Schreiberin ein, doch sie beantwortete jede einzelne ruhig und geduldig. Zuletzt fragte sie sich, was denn nun eigentlich das Tolle am Schreiben sei, doch auch hierauf hatte sie eine persönliche Antwort. Eine weitere unheimlich große Leidenschaft ihrerseits wäre das Theaterspiel, erzählte sie. In ihren Geschichten habe sie die Chance sich in jede einzelne ihrer Rollen versetzen zu können, um deren mögliche Denkweise nachzuvollziehen und realistischer zu gestalten. Sei es nun ein Detektiv, ein Engel oder ein Psychopath.

Die Schülervertretung des Gymnasiums, die die Lesenacht organisiert hatte, begann nun den spielerischen Teil des Programms. Ob es nun darum ging, ein Buchcover seines Geschmacks zu wählen, als Gestrandeter auf einer Insel voll Kannibalen herumzuirren, sich in der Evolution von einer Amöbe über einen Bären zu einem weisen alten Mann weiterzuentwickeln oder eben der Mutter eines grammatischen Fehlers schlechte Laune zu bereiten, die Kinder waren mit Freude und Energie bei allem dabei. Schließlich war es spät und es wurde Zeit sich bettfertig zu machen. Nachdem das abenteuerliche Mattenlager in einem Saal des Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrum Bad Bergzabern aufgeschlagen war, hörten alle noch die Geschichte eines der betreuenden Schüler, Timo Muth, die den Titel „Karvis Frost" trug. Seine Mitschülerin Ella Heravi las aus Cornelia Funkes „Hinter verzauberten Fenstern". So wurde der Abend in weihnachtlicher Stimmung abgeschlossen. Die dritte Schülerin, die die Lesenacht Mitorganisieren hatte, war Jasmina von Fragstein, ebenfalls aus der Oberstufe des Gymnasiums. Die betreuende Lehrerin, Lena Braun, sagte, dass die Fünftklässler es regelrecht genossen haben, dass ihnen vorgelesen wurde. „Sehr beeindruckend war auch die noch sehr junge Autorin", so Deutsch- und Biologielehrerin Lena Braun. Sie selbst habe sich sofort bereiterklärt, mitzumachen, weil sie es schön fand, dass Schüler sich für Schüler engagieren. Die Einführung in die Lesenacht bestritten der Leiter der Gemeinsamen Orientierungsstufe im Alfred-Grosser-Schulzentrum, Christoph Mohr.

Bei der Feedbackrunde beim Frühstück sagte tatsächlich jeder, dass er Spaß an dem kleinen Event gefunden habe. Und was wäre so ein krönender Abschluss ohne handsignierte Lesezeichen für alle?

Jasmina von Fragstein, VOL, 12/16


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