Ausflug zur Kunsthalle nach Mannheim


Übersicht über die Werke

Begegnung

Brand im Schnee

Der Wald der Trolle

Der mystische Wald

Wiesengeschichten

Die grüne Treppe

Verschollener Übergang


KUNSTHALLE MANNHEIM

Direkte Malerei / Direct Painting 06. November 2004 - 01. Mai 2005

"Die in den gezeigten Bildern zwischen Figuration und Abstraktion hin- und herpendelnden individuellen ‚Bildformeln' bauen ... einerseits auf zahlreichen Vorbildern aus der Kunstgeschichte auf, andererseits entstammen sie Kindheitserinnerungen, Mythen, subjektiven Phantasiewelten, Fantasy- oder Comicspielen, Ritterromanen oder allgemeinverbindlichen Form- und Themen bereichen. Aber auch die Natur dient hierbei als eine wesentliche Grundlage für Inhalte, Motive, oder Formen, ob nun unmittelbar zitiert, romantisch überhöht, visionär transformiert oder sehnsuchtsvoll collagiert."

Dieses Zitat aus der Informationsbroschüre der Kunsthalle kennzeichnet nicht nur die ausgestellten Werke, sondern genauso die Texte, die die SchülerInnen dazu verfasst haben.
Das Kreative Schreiben zu Bildern einer Ausstellung beweist damit einmal mehr, wie leicht verständlich und zugänglich moderne Kunst ist.
Die Texte spiegeln zum einen die Dingebene der ausgewählten Werke, zum anderen aber - und das vor allem - die Stimmungen, für die die SchülerInnen gerade empfänglich waren. Weil diese Stimmungen beim intensiven Betrachten der Bilder zu schwingen beginnen, sind die Texte sprachlich nicht durchkomponiert. Sie deuten verschiedene mögliche Stilebenen an oder probieren eine Reihe von Motiven aus, ohne eins zum Abschluss zu bringen. Sie sind in alle Richtungen offen und wünschen sich ebensolche LeserInnen.

Die SchülerInnen bearbeiteten folgende Werke:

1. Yan PEI-MING (*1960): "Paysage international peint à Trièves" (1998)
2. Dieter MAMMEL (*1965): "Bernd mit Ball" (2002)
3. Nina HOFFMANN (*1948): "Rap oder Rebecca" (2004)
4. Magnus VON PLESSEN (*1967): Bild 4, 1 und 3 aus der Serie "Nachttraum" (alle 1999)
5. Dana SCHULZ (* o. Angabe): "Soup 2001" (1976)1

Bedauerlicherweise sind Reproduktionen der Kunstwerke nicht verfügbar.


Carola Stoob

Fußnote: Die Angaben entstammen den 31 Seiten Informationen, die die Kunsthalle Mannheim zusammengestellt hat (N.N.). Ein Katalog lag nicht vor. Farbige Reproduktionen waren nicht erhältlich. Für die Richtigkeit der Angaben übernehme ich keine Gewähr.
Das Bild von Dana SCHULZ zeigt ein Rasenstück; von der gleichen Künstlerin hing gegenüber ein Bild, auf dem eine Suppendose aus Blech vorkommt. Dieses Werk war "Projekt at Kensington" betitelt. - Möglicherweise wurden die Titel bei der Hängung vertauscht.


Fahrt zur Kunsthalle nach Mannheim


Am Morgen des 15.01.2005 machten sich die acht Schüler der AG Kreatives Schreiben mit ihrer Lehrerin Frau Stoob auf den Weg nach Mannheim zur Kunsthalle *, um dort mal die Ideenkiste anzuheizen. Als man nach kurzen Diskussionen und langen Benimmregeln endlich ins Museum eingelassen wurde, war die Freude groß!
Frau Stoob ließ dann die SchülerInnen sofort (sozusagen) auf die Bilder los.
Die Devise lautete: Schreibe eine Geschichte zu deinem Lieblingsbild und lasse dabei deiner Fantasie freien Lauf. Auf die Federn, fertig, los!


Am Anfang bildeten sich kleine Grüppchen. Es wurde viel über die Bilder gegrübelt und diskutiert, natürlich auch über manche gelacht. Einige von uns nahmen sich vor, zuerst alle Bilder einmal zu betrachten.
Aber während dieses Rundgangs lösten sich die Gruppen dann doch auf und jeder fand ‚sein' Bild, an dem er kleben blieb. Es wurde geschrieben und geschrieben und es entstanden die aufregendsten Geschichten, von U-Booten, sprechenden Bäumen, Kobolden und eigenwilligen Menschen.
Die anderen Besucher des Museums gingen immer mit neugierig-verwunderten Blicken an uns vorbei. Einige Besucher sprachen uns an und fanden unser Unternehmen toll.
Doch die meisten wagten es nicht nach unserem Treiben zu fragen. Vielleicht wollten sie uns nicht bei unserer Geschichte stören.
Die meisten Geschichten sind in eineinhalb Stunden fertig geworden; drei SchülerInnen haben ihre Geschichte zu Hause beendet.
Dann brauchten wir noch schnell - hier und da- ein Foto.
Den Tag haben wir - nach einem ausgiebigen Mittagessen - durch eine kleine Shoppingtour abgerundet; dann ging es leider wieder nach Hause.
Es war für alle eine positive Erfahrung und ein lustiger Ausflug, bei dem tolle Sachen herausgekommen sind.

*) Direkte Malerei - zeitgenössische Künstler - die Ölfarben waren noch nicht trocken.

Der Bericht ist von Elena Klinkhammer; er erschien zuerst in den "Nouvelles".
Die Photos sind auch von ihr sind mit Kathrins Kamera gemacht.
Die Aufnahmen machten: Hr. Schäfer, Elena, Fr. Stoob

*) Kunsthalle Mannheim: Die Ausstellung "Direkte Malerei" war vom 06.11.2004 - 01.05.2005 zu sehen und zeigte überwiegend die Werke ganz junger Künstler oder ganz frische Werke.

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Begegnung

Es gibt Menschen, die sind anders. Anders als andere. Sie denken nach Mustern, die für andere zu unlogisch sind. Sie reden anders als andere, und deshalb nennt man sie dumm. Man sieht es ihnen nicht an. Denn diese Menschen erscheinen wie andere, nur mit der Ausnahme, dass sie anders sind. Und so ein Mensch bin ich auch. Ich war immer anders, bin anders geboren. Schon im Kindergarten saß ich abseits und ich weiß nicht mal, was so anders an mir ist. Ich trage Jeans wie jeder andere, und unterscheide mich äußerlich in nichts von den anderen. Aber ich denke anders. Wenn ein "Normaler" einem anderen Menschen trifft, so nimmt er Abstand oder lernt ihn kennen, indem er ihn anspricht. Wenn ich einen Menschen treffe, dann beschließe ich sofort , den mag ich oder den mag ich nicht. Das ist der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schießt, und das tue ich an der Kleidung ab oder an seiner Art sich zu bewegen, zu sprechen. Wenn ich ihn nicht mag, dann rede ich so wenig wie möglich mit ihm. Ich lebe einfach so neben ihm her. Wenn ich einen Menschen mag, dann ist es nicht anders. Dann spreche ich ihn auch nicht an. Aber ich lasse ihn in meine Welt. Er beginnt für mich zu existieren. Ich nehme ihn wahr. Und es gibt Menschen, wenn ich sie das erste Mal sehe, dann faszinieren sie mich. Ich weiß einfach, der Mensch interessiert mich. Der Mensch erfährt nie, dass er mir nicht gleichgültig ist. Aber ich lasse ihn in meine Welt und denke über ihn nach. Ich beobachte seine Augen, wenn ich mit ihm spreche. Mir fallen dann Kleinigkeiten auf, Falten um die Augen, wenn er lacht oder ein goldener Ring an seiner Hand. Keiner sieht so wie ich die Welt, beobachtete die Menschen wie ich. Deshalb werde ich nie sein wie die anderen. Ich bin anders!
Getauft bin ich auf den Namen Kassandra. Aber ich höre nur auf Kes. Keine Ahnung, wo dieses e herkommt. Wenn ich allein bin, nenne ich mich Tulpenblatt. Ich mag das Wort. Jeder Mensch braucht Zärtlichkeit und weil ich entweder mehr brauche als andere oder aber, weil ich zu wenig bekomme, gebe ich mir selber davon. Das ist für mich sehr wichtig, und ich bin ja immer da, um zärtlich zu sein. Mein liebster Ort sind die Weinberge. Da ist niemand außer dem Grün. Das Grün, das ich so liebe. Und die Einsamkeit, die ich oft suche. Oftmals sitze ich einfach zwischen den Reben, genieße die Luft, die nach Freiheit richt und lese.
Seit eben führe ich ein Tagebuch. Auch hier unterscheidet sich meine Auffassung von der der anderen. Denn ich bin der Auffassung, dass ich, wenn jemandem schreibe eigentlich ja dem Tagebuch, braucht der oder das einen Namen, weshalb ich das Tagebuch Limo nannte . Also, wenn ich dir, Limo, schreibe, muss ich mich vorher erst vorstellen und das habe ich soeben getan.
Das Tagebuch habe ich deshalb angefangen, weil es so viele Dinge gibt, vor denen ich Angst habe, ich könnte sie vergessen. Und weil ich einen Menschen kennen gelernt habe, bei dem ich meine Prinzipen über den Haufen werfen musste. (Mein wichtiges Prinzip niemanden anzusprechen nämlich.) Es geschah von einer Sekunde zur nächsten und zwar, als es zu spät war, da begriff, er ist einer, der anders ist.

Ich bin zur Schule gegangen. Eigentlich bin ich mit dem Bus gefahren. Neben mir war ein Platz frei. Ich sah aus dem Fenster. Ich finde es schön aus dem Fester zu schauen. "Warum können Vögel fliegen?", fragte ich mich. Und ich suchte die Antwort nicht in den hohlen Knochen, oder den Flügeln, sondern allein in der Tatsache, dass sie flogen.
"Darf ich mich setzten?", fragte jemand. Ich sah hoch und nickte. Ich hatte überlegen müssen. Denn er war ein Punk. Das sieht man hier nicht selten. Aber es gibt Punks, die sind nur des Alkohols wegen Punks oder weil es einfach cool ist, und deshalb halte ich mich aus Prinzip von Punks fern. Er setzte sich. Seine bunten Haare machten ihn einen Kopf größer als er war. "Danke!".
Ich sah wieder nach draußen.
"Seltsam", sagte er. . Ich wandte ihm meinen Kopf wieder zu. Was sollte denn seltsam sein? dachte ich. Sagte aber nichts. Ich rede grundsätzlich nicht mit Menschen, die für mich nicht existieren. "Das es Tiere gibt, die die Welt nur von oben kennen. Ich wollte immer schon fliegen. Du nicht auch?", Ich nickte und wendete mich wieder dem Fenster zu. "Bist wohl keine von den Gesprächigen.", erwiderte er und damit war das Gespräch beendet. Aber ich hatte ein schlechtes Gefühl im Bauch. Ich hätte freundlicher sein können. Ich hätte etwas erwidern können. Aber ich hatte es nicht getan. Ich hatte einfach dagesessen und genickt. Er sah geradeaus. Er spiegelte sich in der Scheibe vom Bus und ich sah nicht mehr zu den Vögeln, sondern beobachtete, wie er sich über den Kopf strich. Wie er sich die Augen rieb. Ich zog den Geruch seiner frisch gewaschenen Wäsche ein. Ich schielte auf seine Hände. Fast waren es Mädchenhände und er trug Ringe daran. In seinem Ohr trug er Kreolen. Silberne Kreolen mit feinen Zeichen: Ich hatte ihn in meine Welt gelassen. Der Bus hielt an. Der Punk stieg aus. Ich sah ihn auf den Pflastersteinen nur auf die dunklen treten. Da entschwand er meinem Blickfeld. Ich habe viel über ihn nachgedacht. Denn ich habe ihn als einen meinesgleichen erkannt. Er war anders!!!
Als wir von der schule wieder zurückfuhren, hoffte ich, er würde kommen. Ich bete fast förmlich darum. Und er kam. Ich lächelte ihm zu, wollte ihm bedeuten, er könne sich neben mich setzen. Aber er sah mich nicht, obwohl seine Augen kurz auf mir hängen blieben. Ich erkannte an seinen Augen, die nicht im Entferntesten ein Erkennen wiederspiegelten, er hatte mich aus seiner Welt ausgeblendet. Er ließ mich nicht ein. Mich verletzte das sehr. Was dachte er über mich? Ich wollte ihn ansprechen, ihm sage, dass ich zu seiner Sorte gehöre, dass ich auch ein Außenseiter wäre. Aber ich sagte nichts, sah ihn nur flehend an. Aber er sah es nicht. Ich bin ihm mit meinen Augen gefolgt, aber mein Körper blieb. Ich habe ihn in Gedanken angesprochen, aber meine Lippen blieben verschlossen. Ich habe innerlich geweint, aber meine Augen blieben trocken. Ich habe ihm zugerufen, er möge sich doch zu mir setzten, aber ich brachte keinen Ton über meine Lippen. Es war mir, als sei ein sehr geliebter Mensch gestorben. ‚Er ist nicht tot!' sagte ich zu mir. ‚Sprich ihn an!' riet ich mir. Aber ich konnte nicht. Ich starrte nach draußen, stumm und traurig. Und ich rief nach ihm. Rief! Aber meine Gedanken ereichten ihn nicht.

Ich habe mich dann am Nachmittag in ein moralisches Tief gestürzt. Habe mir Vorwürfe gemacht, dass ich dem ersten mir Vertrauten die kalte Schulter gezeigt hatte. Und den ganzen tag fiel nicht einmal das Wort "Tulpenblatt", - wenn ich mit mir sprach, dann nur mit Kes. Kes, die mir so weh getan hatte, weil sie im falschen Moment geschwiegen hatte. Ich stand auf Kriegsfuss mit mir selbst und das ist schlimm. Wenn ich Nachbarn, Lehrer, Mitschüler oder sonstige Mitmenschen verachte, oder mich über sie ärgere, dann ist das nicht so schlimm, wie Streit mit mir selber. Ich konnte nicht mal in den Spiegel sehen ohne daran zu denken, was mein Schweigen im falschen Moment angerichtet hatte.
Am nächsten Morgen setzte ich mich in den Bus, mit der Hoffnung, er möge wieder kommen. Er kam. Aber in seinen Augen sah ich nur die Ablehnung meiner Person. Und das tat mir so weh, dass ich dachte, mir würde schlecht werden. Und die ganze Zeit in der Schule , dachte ich an ihn. Ich war nicht verliebt in ihn. Es ging mir nur nicht aus dem Kopf, dass ich einen Menschen hätte kennen lernen können, der anders war als die anderen. Der mir ähnlicher war, als ich es je gedacht hatte, dass es jemand sein konnte.

Als er dann auf dem Heimweg wieder in den Bus stieg, sprach ich ihn an.
"Willst du dich nicht neben mich setzen?", fragte ich leise.
"Danke", sagte er und ich erkannte die Farbe seiner Augen. Es war ein helles fast wässriges Grün, vermischt mit einem hauch Braun. Grün und Braun- wie Weinreben. Und sie leuchteten. Ich liebe es Menschen zu beobachten. Ich kann Stunden auf ein und dieselbe Person starren.
Der setzte sich neben mich.
"Ich heiße Kes", sagte ich leise. Er hatte mich nicht gehört!
Ich war enttäuscht. Wenn ich schon den Mut aufbrachte, den Mund zu öffnen, dann konnte er mich ruhig hören. Ich war so enttäuscht , dass ich ernsthaft mit dem Gedanken spielte, ihn nicht mehr anzusprechen, sondern mit dem Gedanken zu leben, dass es einen Menschen gegeben hat, der mir ähnlich gewesen war, den ich aber nicht kennen gelernt hatte. Da erinnerte ich mich aber an das schlechte Gefühl des letzten Tages und so wiederholte ich.
"Ich heiße Kes".
"Gut", sagte er.
"Und du?", fragte ich zögernd.
"Peter", sagte er.
"Schöner Name", sagte ich. Nur kein Schweigen aufkommen lassen.
"Ich mag ihn nicht sonderlich.", sagte Peter. Ich wusste nicht was erwidern.
"Hast du dir schon mal überlegt, wie es wäre, ich zu sein?", fragte er.
"Nein", sagte ich und lächelte. "Aber es wäre bestimmt interessant. Weil ich die Welt ganz anders sehe als du. Wenn ich mich sehe, dann sehe ich ein vertrautes Gesicht. Du siehst aber im gleichen Gesicht eine Fremde."
"Ja", sagte er und lächelte. Das Glück auf Erden für mich.
"Du bist anders", bemerkte er. "anders als die anderen."
"Du auch." sagte ich. Mein Gesicht blieb wie das einer Maske. "Du auch." wiederholte ich.
"Ja", sagte er, " ich auch. Willst du mit mir reden?"
Ich nickte. Ich konnte nicht reden. Meine Kehle war wie zugeschnürt.
"Wo?", fragte Peter.
"Weinberge", stieß ich hervor. Er nickte.

Ich bin glücklich. Vollkommen glücklich. Ich lächele vor Glück und es ist ein Gleichgewicht in mir. Ein vollkommenes Gleichgewicht. Ich habe das Gefühl, niemand kann das Glück stören. Und ich warte auf ihn. In mir ist das Wissen. Er wird kommen. Er und ich gehören zusammen. Wir sind anders.

Kathrin Schäfer

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Brand im Schnee

In einem Holzhaus am Waldrand lebte eine Frau die früh ihren Mann verlor. Dieser ließ ihr zwei Jungen zurück, einen von zwei und einen von fünf Jahren.
Es war wieder einer, dieser gemütlichen Winterabende, an dem sie alle zusammen auf dem Sofa vorm Kamin saßen und warmen Kakao tranken.
Natürlich gab es auch reichlich gebackene Plätzchen dazu und Mama erzählte von Papa. Diese Abende liebten die Jungen über alles.
Als sie am nächsten Morgen erwachten, war der Frühstückstisch schon gedeckt, denn Mama stand immer früh auf. Nach dem Frühstück
erzählt Mama, dass sie in die Stadt zum einkaufen müsste.
Nun meinte der ältere von beiden Söhnen, er wäre alt genug um allein dazubleiben und überzeugte die Mutter schließlich davon.
So fuhr sie mit dem jüngeren Bruder in die Stadt. Der Ältere ging
derweil raus in den Schnee und tobte umher. Es war die ganze Nacht
Schnee gefallen, so konnte man förmlich darin schwimmen.
Bald wurde es ihm kalt und er ging wieder ins Haus.
Weil es ihm so kalt war, zündete er ein Streichholz an.
Eigentlich wollte er es in den Kamin werfen, doch es fiel auf das daneben liegende Altpapier, welches sofort Feuer fing. Schnell eilte er in die Küche und holte ein Glas Wasser. Doch das Feuer hatte sich schon ausgebreitet. Also war es sinnlos die Flammen mit einem Glas Wasser zu löschen.
Auch mit einem Eimer voll Wasser konnte er das Feuer nicht bekämpfen. Aus Panik rannte er aus dem Haus. Nur den Fußball, den er von seinem Vater an seinem dritten Geburtstag bekam, hatte er mitgenommen. Geschockt und bloß in Pulli und Latzhosen, stand er draußen in der bitteren Kälte. Ziellos rannte er immer und tiefer in den Wald hinein. Irgendwann ging ihm die Puste aus. Er legte den Ball in den Schnee und setzte sich darauf. Um ihn herum brach schon die Nacht hinein. Viele Gedanken schwirrten durch seinen Kopf:
"Was ist mit Mama und Sebastian, wenn sie heim kommen?
Kann ich mich nach so einem Unglück überhaupt noch nach Hause trauen? Und wenn ja, finde ich überhaupt noch nach Haus oder erfriere ich?" Er wollte weinen, aber das konnte er nicht mehr, er war starr gefroren.

Vera Strohmeier

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Der Wald der Trolle

Vor langer Zeit gab es einen exotischen, prachtvollen und fruchtbaren Wald. Er hieß in der Sprache seiner Bewohner "Mora", was soviel heißt wie "Leben". Die Bezeichnung war mehr als treffend. Denn mehr Leben als man sich vorstellen kann gab es dort eine Menge.
Die Pflanzen unterhielten sich den ganzen Tag, Insekten, vor allem die Ameisen hoben die Kleinfrüchte auf und die Trolle lebten in Harmonie.
Aber hinter dem Berg gab es ein Totenreich. Jeder der sich dorthin wagte, wurde nie mehr gesehen.
Am Abend eines schönen Tages war es wieder soweit: Die Trolle bereiteten sich auf ihren Tanz vor. Sie müssen diesen Tanz jeden Abend veranstalten, damit der Wald so bleibt wie er ist. Die Vorbereitungen waren sehr aufwändig. Denn sollte bei dem Tanz etwas schief gehen, würde der Wald ausgerottet werden und alles Leben daraus verschwinden.
Da die Trolle jeden Abend tanzten und vorher übten, war man allgemein sicher, dass sie den Tanz beherrschten und niemand einen falschen Schritt machen würde.
Am Abend selbst geschah Unerklärliches: Eine dunkle Wolke zog über den hellblauen Nachhimmel. Es begann zu blitzen. Ohne dass ein Donner folgte. Ein Blitz traf genau das Grab des Trollgottes LORITHAS.
Am nächsten Tag, gegen Mittag, spürten die Trolle eine Art Erdbeben: sie traten aus ihren Nektarhütten um zu sehen, was vorging. Eine Stimme rief: "Das ist euer Ende!" Da den ganzen Nachmittag über nichts Sonderbares oder Schreckliches geschah, beruhigte man sich wieder.
Erst gegen Abend bildete sich schwarzer Nebel um den Wald, der über Nacht so dicht wurde, dass man am nächsten Morgen nicht einmal die Sonne sehen konnte. Am übernächsten Tag sahen sie ihre Hände nicht mehr vor Augen. Die Trolle fassten den Entschluss auszuwandern. Aber in dem schwarz vernebelten Wald verirrten sie sich.
Die Pflanzen erstickten, die Bäume, auch die gesunden, wurden morsch, die Insekten und alle anderen Tiere starben. Die Trolle hatten nichts mehr zu essen und starben. Niemand konnte sich erklären, wie das geschah und der Wald blieb bis heute traurig schwarz.

Akin schrieb diesen Text zu einem Bild in der Mannheimer Kunsthalle.

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Der mystische Wald

Es gab Zeiten da rechneten die Menschen noch nicht die Tage des Jahres aus und zählten auch nicht die Stunden, da lebten die Menschen in Harmonie mit der Natur. Speziell mit den Bäumen hatten sie ein enges Verhältnis. Sie pflegten die Bäume und diese gaben ihnen reichliche Ernten.

Doch die Zeit verging und nichts blieb wie es war. Die Menschen lernten immer mehr dazu. Sie vermehrten sich, was zur Folge hatte, dass sie mehr Platz brauchten. Sie rodeten die Wälder um Platz und Material für Häuser zu bekommen. Es kam die Zeit, da hatten sie verlernt mit den Pflanzen zu sprechen. Sie wurden immer egoistischer, nahmen und nahmen und vergaßen zu geben.

Das dauerte viele Jahre und der Bestand der Bäume wurde immer geringer. Da fingen die Bäume an sich zu wehren, weil sie Angst hatten auszusterben. Das war kein Leben: - in großen Kolonien, ohne Raum um große, kräftige Wurzeln zu schlagen und zu wachsen.
Die Früchte zum Fortpflanzen wurden auch alle geklaut.
Das Einzige, was ihnen übrig blieb, war der Verteidigungsmodus!
Sie gaben keine Ernte mehr und ließen sich nicht mehr fällen, sie taten es den Gummibäumen gleich und nur unter höchster Anstrengung gelang es manchen Menschen.

Doch die Menschen ließen sich das nicht länger gefallen. Sie gaben den Bäumen eine Frist und drohten, sie danach alle niederzubrennen. Und so geschah es: Sie zündeten alle Wälder an und eine dunkle Rauchwolke legte sich wie Samt um die Welt. Kein Sonnenlicht konnte mehr durchdringen. Und die Stimmung der Lebewesen auf der Welt wurde triste und öde.
Nur eine Truppe Menschen gab nicht auf, kümmerte sich um die Pflanzen und hielten sich und die Pflanzen so gut es ging am Leben: "Green Peace". Und die Menschen gingen ein, es gab kein Ziel, keine Lebensaufgabe mehr, sie wollten nicht mehr leben!
Nach mehreren Jahren gab es nur noch die Menschen von "Green Peace" und die von ihnen gepflegten Pflanzen, der Nebel aus Rauch wurde immer weniger und dann kam der Tag, der Tage an dem die Sonne wieder strahlte und das Leben wieder so anfing wie am Anfang in Kooperation mit den Bäumen.

Dieser Text ist vermutlich von Elena; ich habe ihn ein wenig geglättet. (C.S.)

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Wiesengeschichten

Hallo, ich bin Berta, eine kleine Biene. Ich möchte euch mal eine kleine, aber spannende Geschichte erzählen. Eines schönen Tages im Sommer traf ich mich mit meiner Freunden: Silli, der Schnecke, Hans, der Heuschrecke, Amanda, der Amsel, Günter, der Grille und Mario, dem Marienkäfer. Wir wollten etwas spielen. Aber wir konnten uns nicht einigen- Silli sagte: "Warum spielen wir immer fangen? Da verliere ich jedes Mal!" Darauf erwiderte Mario: "Ja, das Fangen finde ich auch doof! Wir könnten doch auch mal "Ich sehe was, was du nicht siehst" spielen!" "Nein, das ist blöd - wegen meiner Brille sehe ich nicht so gut, das ist unfair!" antwortete Hans- Auf einmal kam Amanda die beste Idee: "Wir können doch Verstecken spielen!" Alle waren begeistert. - Mich eingeschlossen. "Ich will zählen!" schrie Günter sofort . Alle waren einverstanden. "O.K. es kann los gehen!" , rief Silli, "Du musst bis 30 zählen, sonst schaffe ich es nicht!", sagte Mario noch schnell- Und schon ging's los. Ich war sicher, ich hatte das beste Versteck, es war in der großen Tulpe. Bei dem leckeren Blütenstaub. Ich war froh. Dass ich ihn essen durfte, weil ich ihn sonst zum Wabenhaus bringen musste.
Da - oh nein - Günter hat mich gefunden! "Das war ja nicht schwer, dich zu finden!", sagte er, "Aber Hans habe ich zuerst gefunden!" Nach 8 Runden musste ich nach Hause und sagte: "Ich muss nach Hause. Mama hat gesagt, ich muss noch lernen für die Schule!" Da fing Amanda an zu betteln: "Bitte, bitte bleib hier, es macht gerade so viel Spaß!" "O.K., aber nur noch einmal!", antwortete ich. "Gut, gut, gut.", sagte sie hektisch- Mario fing an zu zahlen und ich ging schnell hinter einen dicken Grashalm. Nach einer Weile fand mich Mario, er sagte: "Ich habe jetzt alle gefunden außer Hans!" Alle halfen mit ihn zu suchen, aber er war nicht aufzufinden. Wir begannen zu rufen: "Hans, wo bist duuuuuuuuuuu????????" Nach ungefähr 20 Minuten Suchaktion hörte ich ein leises Winseln. Ich schrie sofort: "Seit doch alle mal bitte still!" Jetzt hörten es alle. Ich rannt los, so schnell ich nur konnte- alle rannten mir hinterher, immer der Stimme hinterher. Und da, auf einmal sah ich Hans auf dem Boden liegen. Sein rechtes, langes Hinterbein hatte sich ein einem kleinen Distelbusch verfangen. Vorsichtig häderte ich Hans' Bein aus den Disteln heraus. Hans jammerte leise: "Aua, aua, das tut weh!" Ich kam langsam immer besser an den Fuß von Hans dran und - zack - auf einmal war sein Fuß wieder frei. Hans wollte aufstehen. Doch Amanda sagte gleich: "Halt, halt! Es kommt gar nicht infrage, dass du läufst, ich trage dich nach hause!"
Wir liefen alle mit und hielten Hans fest, damit er nicht runterfiel. Hans musste zum Glück nur ein paar Tage im Bett liegen. Trotzdem besuchten wir ich jeden Tag und jeder brachte ihm eine Kleinigkeit mit: Mario ein Kartenspiel, Günter ein Buch, Silli einen Blumenstrauß, Amanda ein Kreuzworträtselheft und von mir bekam er drei Schachteln von seinen Lieblingsbonbons.
Von da an spielten wir nur noch im haus Verstecken, auch wenn das manchen Müttern nicht recht war.
Dadurch bestätigt sich die Redewendung: ‚Man soll aufhören, wenn's am schönsten ist!'
So, das war meine kleine, spannende Geschichte.

Katharina schrieb diese Geschichte zu einem Bild in der Mannheimer Kunsthalle.

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Die grüne Treppe

"Schon wieder Alarm! Das hört ja gar nicht mehr auf..."
Nun sehe ich auf den Tag genau zwei Jahre schon die Sonne nicht mehr.
Wir sind im Krieg und ich in einem U-Boot der Armee.
Ich hasse dieses U-Boot, alles scheint so grünlich.

Jedes Mal, wenn durch den Alarm zur Bereitschaft gerufen wird, laufe ich diese ewig lange Treppe hinunter mit nur diesem einen kleinen Licht, das sich an der Wand und auf den letzten Stufen spiegelt.
Jedes Mal, wenn ich diese Treppe hinunterlaufen muss, sehe ich dieses kleine, mir Hoffnung spendende Licht und hoffe, dass dies nur ein Fehlalarm war, und ich eines Tages hier heil heraus komme, die Sonne in meinem Gesicht spüre, und der Wind mich umbläst.

Diesen Text hat Kirstin als ersten in der Mannheimer Kunsthalle verfasst.

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Verschollener Übergang


Ein Haus, ein einziges kleines Bauernhaus. Es erscheint nur um Mitternacht und bildet die Grenze des Jenseits und des Diesseits.
Wenn man von diesem Haus Richtung Norden sieht, sieht man einen leuchtenden Vorhang; er umhüllt das Jenseits, das seit Tausenden von Jahren schon die Seelen der verstorbenen Tiere, Pflanzen und Menschen beherbergt. Es ist ein prächtiges Land, wo alles gut gedeiht und alle in Frieden leben. Es gibt keine Zerstörung und keine Verwüstung.
Wenn man sich jedoch nach Süden dreht, spürt man einen eisigen Wind, trotz der hell und weit scheinenden Lichter der Dörfer und Städte, welche die Menschen im Diesseits erbaut haben. Im Diesseits ist der Boden zerstört, die Luft verpestet und das Wasser verseucht. Nur noch an wenigen Orten, ist ein unberührtes Stückchen Land, welches nicht von zerstörerischen Maschinen überwalzt oder gar schon von Menschen berührt wurde.
Auch das Diesseits war einmal ein wunderschönes Land, denn die Wächter am Übergang vom Diesseits zum Jenseits, mächtige Engel mit schwarzen Flügeln, wachen über diese beiden Welten mit behütendem Auge.
Doch sie verlieren langsam ihre Kraft, denn die Menschen glauben nicht mehr an Engel oder andere magische Wesen. Und so stirbt jedes Mal, wenn ein Mensch den Glauben verliert, eines dieser von den Menschen so genannten "Fabelwesen", auch die Wächter des Übergangs verlieren weiter ihre Kräfte und eines Tages wird dieser Übergang völlig verschwunden sein und die Seelen der Verstorbenen werden als Geister in ihrer Welt, dem Diesseits, herumirren und keine Erlösung finden, da das Tor dann fest verschlossen sein wird.
Diesen Text hat Kirstin in der Mannheimer Kunsthalle als zweiten verfasst.

Kirstin GONZALES Jan. 2005

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