Projektfahrt zu  Rapsölgewinnung und –filtration

 

(AG „Energie und Umwelt“ besucht die Firma Forest Help in Hauenstein)

 

 

Schüler der AG „Energie und Umwelt“ besuchten am Freitag, den 12.12.03, die Firma Forest Help in Hauenstein, um für die eigene, geplante Rapsölgewinnung des Gymnasiums Ideen und Anregungen zu sammeln .

 

Bis zur Umschüttung lagert Herr Pohl den direkt vom Landwirt angelieferten Raps (220 Euro/t) in grünen Transportbehältern.  Die Rapskörner werden bei Bedarf über ein Grobsieb (1 mm, vermeidet Steineintrag) in den Vorratsbehälter eingefüllt. Der Schüler Johannes Hege (8e) unterstützt im Bild gerade Herrn Pohl beim Siebvorgang.

 

Über einer HT-Rohr (Durchmesser: 10cm) rutscht das Füllgut automatisch in den orangenen Sammelbehälter der Kleinrapspresse und reduziert somit den Zeitaufwand für das Nachfüllen.

 

Dort werden die Rapskörner über eine Pressschnecke zum Presskopf befördert. Seitliche Auslaufbohrungen lassen dabei das gewonnene Öl entweichen, bis schließlich trockener Rapskuchen über eine Spezialdüse am Presskopf austritt. Die Leistungsaufnahme der Mühle beträgt nur 160 W, womit 2-4 kg Saat in der Stunde zu ungefähr 1 Liter Speiseöl kalt gepresst werden können (techn. Öle: 5-7 kg >> ca. 2 Liter/Std.). Für verschiedene Saaten  benutzt man unterschiedliche Düsengrößen (z.B. Winterraps: 6er Düse, Sommerraps: 5er Düse). Temperaturen über 80° C sind am Presskopf zu vermeiden und mit einer kleineren Düse zu begegnen. Der nährstoffreiche Rapskuchen kann für ca. 15-17 Cent/kg verkauft werden und findet in der viehhaltenden Landwirtschaft dankbare Abnehmer (Ersatz für teueres Import-Soja).

 

Vor in Betriebnahme der Rapspresse muss der Presskopf mittels eines Heizringes auf 50-60° C vorgewärmt werden. Zum Säubern (jeweils nach 2 Tonnen Saat) kann der Presskopf mit Düse abgeschraubt werden.

 

Die Filtration des Öls findet über mehrere Absetzverfahren statt. Nach dem Eintropfen in das  Auffanggefäß erfolgt eine erste Sedimentation. Das vorgefilterte Öl läuft auf halber Gefäßhöhe über und gelangt über einen Schlauch zum Boden des zweiten Filtergefäßes (rechts mit blauem Deckel). Dort steigt es bis zum Überlauf auf (2. Sedimentationsphase) und gelangt über eine Schlauchverbindung zum Lagertank. Hier soll  das Rapsöl noch einmal Zeit haben sich abzusetzen (im Winter: 2 Wochen, im Sommer: 1 Woche).

 

Mittels einer professionellen Tankanlage oder auch einer kleinen Pumpe (hier von Johannes Hege präsentiert) kann das fertige Öl (65 Cent/Liter) abgepumpt werden.

 

 

(Böhm, Förderverein, 16.12.03)