Projektfahrt zu Rapsölgewinnung und –filtration
(AG „Energie und Umwelt“
besucht die Firma Forest Help in Hauenstein)

Bis zur Umschüttung lagert Herr Pohl den direkt vom
Landwirt
angelieferten Raps (220 Euro/t) in grünen
Transportbehältern. Die Rapskörner
werden bei Bedarf über ein Grobsieb (1 mm, vermeidet Steineintrag) in den
Vorratsbehälter eingefüllt. Der Schüler Johannes Hege (8e) unterstützt im Bild gerade
Herrn Pohl beim Siebvorgang.
Über einer HT-Rohr (Durchmesser: 10cm) rutscht das Füllgut automatisch in den orangenen Sammelbehälter der Kleinrapspresse und reduziert somit den Zeitaufwand für das Nachfüllen.
Dort werden die Rapskörner über eine
Pressschnecke zum Presskopf befördert. Seitliche Auslaufbohrungen lassen dabei
das gewonnene Öl entweichen, bis schließlich trockener Rapskuchen über eine
Spezialdüse am Presskopf austritt. Die Leistungsaufnahme der Mühle beträgt nur
160 W, womit 2-4 kg Saat in der Stunde zu ungefähr 1 Liter Speiseöl kalt
gepresst werden können (techn. Öle: 5-7 kg >> ca. 2 Liter/Std.). Für
verschiedene Saaten benutzt man
unterschiedliche Düsengrößen (z.B. Winterraps: 6er Düse, Sommerraps: 5er Düse).
Temperaturen über 80° C sind am Presskopf zu
vermeiden und mit einer kleineren Düse zu begegnen. Der nährstoffreiche Rapskuchen
kann für ca. 15-17 Cent/kg verkauft werden und findet in der viehhaltenden
Landwirtschaft dankbare Abnehmer (Ersatz für teueres Import-Soja).
Vor in Betriebnahme der Rapspresse muss der Presskopf
mittels eines Heizringes auf 50-60° C
vorgewärmt werden. Zum Säubern (jeweils nach
2 Tonnen Saat) kann der Presskopf mit Düse abgeschraubt werden.
Die Filtration des Öls findet über mehrere Absetzverfahren
statt. Nach dem Eintropfen in das
Auffanggefäß erfolgt eine erste Sedimentation.
Das vorgefilterte Öl läuft auf halber
Gefäßhöhe über und gelangt über einen Schlauch zum Boden des zweiten
Filtergefäßes (rechts mit blauem Deckel). Dort steigt es bis zum Überlauf auf
(2. Sedimentationsphase) und gelangt über eine Schlauchverbindung zum
Lagertank. Hier soll das Rapsöl
noch einmal
Zeit haben sich abzusetzen (im Winter: 2
Wochen, im Sommer: 1 Woche).
Mittels einer professionellen Tankanlage oder auch einer kleinen Pumpe (hier von Johannes Hege präsentiert) kann das fertige Öl (65 Cent/Liter) abgepumpt werden.
(Böhm, Förderverein, 16.12.03)