Gymnasium Bad Bergzabern (Energie)
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Fragestellung: Gymnasium Bad Bergzabern (Böhm)
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Fragestellung: Gymnasium Bad Bergzabern (Böhm), eMail vom 11.03.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin Physiklehrer am Gymnasium Bad Bergzabern. Als "Schule im ökologischen Netzwerk" versuchen wir den Umgang mit der Heizenergie in der Schule sparsam und verantwortungsvoll zu gestalten. Infolge ergeben sich auch technische Fragestellungen zu Heizventilen:
"Ein Raum soll von 10°C auf 20°C durch Ventilstellung 3 (ca. 20°C) aufgeheizt werden. Öffnet das Ventil in der Anheizphase komplett?"
"Ein Raum soll von 10°C auf 20°C durch Ventilstellung 5 (ca. ??°C) aufgeheizt werden. Öffnet das Ventil in der Anheizphase ebenfalls komplett?"
Für eine fachkompetente Auskunft und Ihre Bemühungen bedanke ich mich im voraus.
Gruß
Harald Böhm
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Antwort: Danfoss Wärmetechnik, eMail vom 23.03.2000
Sehr geehrte Herr Böhm,
vielen Dank für Ihre e-mail vom 11. März.
Thermostatventile regeln nicht nur die Raumtemperatur in unseren Wohnungen und an unserem Arbeitsplatz, sie zählen auch zu den effektivsten Energiesparern in einer Heizungsanlage. Nach Berechnungen der Stiftung Warentest lassen sich so 10 bis 15 Prozent Heizenergie ganz einfach einsparen (test 3/94 und test spezial "Energie und Umwelt". Vergl. auch "Energiesparbuch für das Eigenheim" des Bundesministers fürRaumordnung, Bauwesen und Städtebau 1977). Eine Investition, die sich schon nach kurzer Zeit bezahlt macht. Das entlastet die Umwelt, ohne daß der einzelne auf Komfort verzichten müßte.
Der Gesetzgeber fordert deshalb in in § 7 Abs. 2 der Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlVO), einer der wichtigsten gesetzlichen Grundlagen zur Gebäudeheizung in Deutschland:"Heizungstechnische Anlagen sind mit selbsttätig wirkenden Einrichtungen zur raumweisen Temperaturregelung auszustatten ...(..)".
Doch gerade weil Thermostatventile heute selbstverständlich sind macht sich niemand mehr Gedanken über Ihre Funktion und korrekte Bedienung. Vielfach werden Thermostatventile heute immer noch bedient wie ein Absperrventil und nicht wie ein hochsensibler Regler, der automatisch die Raumtemperatur auf dem gewählten Wert hält.
Wir finden Ihre Idee schon in der Schule den sparsamen Umgang mit Energie zu üben sehr erfreulich.Danfoss Heizkörperthermostate arbeiten mit einem Wellrohrelement, das von der Raumtemperatur direkt gesteuert wird. Wenn die Raumtemperatur sinkt, zieht sich das Wellrohr im thermostatischen Element zusammen und öffnet das Ventil. Dadurch wird die Warmwasserzufuhr zum Heizkörper gerade um soviel erhöht, wie für die gewünschte Raumtemperatur erforderlich ist. Wenn die Temperatur ansteigt, dehnt sich das Wellrohr aus und schließt das Ventil, so daß die Zufuhr des warmen Wassers zum Heizkörper gedrosselt wird. Die am Fühlerelement einzustellenden Merkziffern entsprechen dabei einer bestimmten Raumtemperatur
. Stellung 3 entspricht einer Raumtemperatur von 20 °C, Stellung 5 entspricht 28 °C. Wird diese Temperatur unterschritten wird das Ventil proportional zu dieser Temperaturunterschreitung öffnen (Wirkungsprinzip des P-Reglers).In dem von Ihnen geschilderten Beispiel wird das Ventil in beiden Fällen voll geöffnet sein. Die Fühlereinstellung hat hier keinen Einfluß darauf wie schnell der Raum auf 20 °C aufgeheizt wird. Im zweiten Fall (Fühler auf Stellung 5) wird der Raum aber bis auf 28° C aufgeheizt werden und somit eine Menge wertvolle Heizenergie vergeudet.
Per Post erhalten Sie in den nächsten Tagen noch einige Unterlagen über unsere Thermostatventile. Für weitere Auskünfte stehen wir gerne zur Verfügung und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
M. Hartmann
D A N F O S S
Wärmeautomatik
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Antwort: Honeywell AG, eMail vom 13.04.2000
Heizventil-Arbeitsweise
Sehr geehrter Herr Böhm,
da ich in den letzten Wochen sehr oft außer Haus war, möchte ich mich als erstes für die späte Antwort bei Ihnen entschuldigen. Bezüglich der beiden Fragen, die Sie an uns gerichtet haben, können wir folgende Aussagen treffen.
Frage eins:
Das Ventil macht einen Hub von 0,22 mm/K, daraus ergibt sich ein Ventilhub von 2,2 mm bei einer Stellung 3 und einer Aufheizung von 10°C auf 20°C. (Abweichung 10 K)
Frage zwei:
Das Ventil macht bei der Stellung 5 (ca. 28°C) den vollen Ventilhub von 2,5 mm und ist somit voll geöffnet.
Das Thermostatventil wird für den jeweiligen Wärmebedarf der Heizfläche berechnet.
Die Thermostatventile werden bei einer Warmwasserheizung mit einem Proportionalbereich (P-Band) von 2K ausgelegt. Dieses bedeutet, dass im normalen Regelbereich die Temperatur im Bereich von 2K vom Sollwert geregelt wird.
Z. Bsp. der Regler steht auf Stellung 3 (Sollwert ca. 20° C und einem P-Band von 2 K) dann das Ventil den maximalen errechneten Durchfluß bei 19° C und das Ventil ist dann bei bei 21° C geschlossen ( der Regelhub beträgt dann ca. 0.44 mm).
Das ist der "normale" Arbeitsbereich des Thermostatventiles.
Dies ist besonders wichtig, um das gesamte Heizungssystem im hydraulischen Gleichgewicht zu halten. Bei Nichteinhaltung kann dies dazu führen, dass einige Heizkörper absterben und andere eine Überversorgung haben.
Die Reglereinstellung wie sie in den Fragen aufgegriffen wurde, ist in der Praxis normalerweise nicht üblich. Falls solche Stellungen gewählt werden, können die Wassermengen mittels einem Kegeleinsatz MNG (KV-Kegel, BB) begrenzt werden. Dies ist mit einem Flachkegel nicht möglich. Die Wassermenge steigt weiter an und das Heizungssystem kommt in ein hydraulisches Ungleichgewicht.
Falls Sie noch weitere Fragen haben können Sie mich gerne unter der Rufnummer 02932/988215 im Werk Arnsberg erreichen.
Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
i.A. Georg Beier
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Zuletzt bearbeitet: Böhm 06.05.2000