PV-Fehleranalyse

 

Im April 2001 lag die Stromernte ca. 25% unter dem Soll . Die Fehlersuche und Behebung dauerte 3 Wochen. Im Mai und Juni arbeitete die Anlage fehlerfrei.

 

Fehleranalyse:

Insbesondere bei intensiver Sonneneinstrahlung gingen die beiden Wechselrichter SMA 2500 und SMA 2000 immer wieder vom Netz und schalteten nach kurzer Zeit wieder auf Einspeisebetrieb.

 

Fehler 1 für SMA 2500 und 2000:

Die Hausnetzspannung wurde von beiden Geräten als zu hoch registriert, d.h. der intern eingestellte Überwachungswert von max. 251 V wurde überschritten. Die Stadtwerke BZA maßen einen hausinternen Netzwert von zeitweise über 240 V. Hierzu addierte sich bei intensiver Sonneneinstrahlung eine ansteigende zusätzliche Spannung, die ihre Ursache im steigenden Widerstand der langen Einspeiseleitung (> 85 m) hatte. Diese Impedanzspannung wurde von den Wechselrichtern selbst erzeugt, um den Spannungsabfall auf der Einspeiseleitung zu kompensieren. Durch einen Softwareeingriff bei den Wechselrichtern konnte die Abschaltung auf max. 265 V erhöht werden.

 

Fehler 2 für SMA 2000:

Die "alten" Siemensmodule SM 144-18 (der 1,4 kWp-Anlage) erzeugten bei intensiver Sonneneinstrahlung kleine Kriechströme, die über den Modulrahmen der Erdung zugeführt wurden. Der trafolose Wechselrichter SMA 2000 registrierte diese als Erdschlüsse und ging immer wieder vom Netz. Kurzfristig behob man diesen Fehler durch Trennen der Tragegestellerdung. Mittlerweile wurde der Wechselrichter SMA 2000 durch einen trafobehafteten SMA 1100E ersetzt, der diese kleinen Kriechströme nicht registriert.

 

Resumee:

Es ist davon auszugehen, dass diese Fehler seit Inbetriebnahme der Anlage (Oktober 2000) auftraten und die Stromernte auch in den Wintermonaten negativ beeinflussten. Mit einer faxgestützten online-Überwachung der PV-Anlage (das installierte "Sunny Data Control"-System hat diese Option) hätte man diese Fehler schon früher erkennen können. Nur der pure Zufall (zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort) ermöglichte die Fehlererkennung im April 2001.

 

 (Harald Böhm, Förderverein, den 11.07.01)